Meinung:
Erster Satz: Der Wald hatte schon seit einer Weile nicht gefressen.
Das Cover finde ich ziemlich toll, es ist düster und passt damit perfekt zum Buch. Man sieht den Wald und Maevyth mit ihren Krähen darauf. Alles Elemente, die in dem Buch wichtig sind.
Der Schreibstil der Autorin war sehr gewöhnungsbedürftig. Zuerst habe ich mir recht schwer getan mit dem Buch, doch irgendwann gewöhnt man sich daran. Es gibt zwei verschiedene Sichten in dem Buch, einmal von Maevyth, ihre Kapitel sind in der Ich-Perspektive geschrieben und dann gibt es Kapitel von Zevander, diese sind in der dritten Person geschrieben.
Zuerst lern man Maevyth kennen, die in enem Dorf am Rande der Eating Woods lebt. Jeder, der in den Wald geht, kommt nicht mehr heraus und als ihre Schwester in eben diesen Wald geschickt wird, rennt sie ihr nach und kommt auf der anderen Seite in einem anderen Land heraus und trifft dort auf Zevander, den sie um Hilfe anfleht, denn sie will unbedingt ihre Schwester retten.
Der Einstieg in das Buch hat mir sehr gut gefallen, es war düster und interessant, ich war neugierig, was noch passieren würde. In Teil eins mochte ich die Kapitel von Maevyth auch viel lieber, weil es spannender war von ihr als von Zevander zu lesen. Es dauert nämlich sehr lange, bis sich die beiden Handlungsstränge kreuzen.
Maevyth mochte ich grundsätzlich gerne. Sie hat kein leichtes Leben und sie und ihre Schwester schlagen sich einfach durch. Doch Maevyth ist klug, loyal und ehrgeizig, sie verliert nie ihr Ziel aus den Augen, auch nicht, als sie bei Zevander ist und tut alles, um ihrer Schwester zu helfen. Ich mochte sie wirklich gerne.
Zevander ist ein Griesgram, anders kann man ihn nicht beschreiben. So ganz sympathisch wurde er mir nicht, aber am Ende wurde er wenigstens etwas netter, was ich aber auch als zu schnell empfand. Seine herrische Art macht ihn nicht gerade zu einem netten Kameraden, aber als Charakter selbst war er interessant. Es gibt viel über ihn zu lernen.
Das Buch ist lang, also wirklich lang und dafür passiert insgesamt sehr wenig. Es gibt viel Gerede und ein bisschen Spannung, aber 300 Seiten weniger hätten es meiner Meinung nach auch getan. Jedenfalls ist das Buch in drei Teile aufgeteilt, der erste spielt hauptsächlich in dem Dorf von Maevyth und man lernt, wie sie dort lebt und wie es ihr ergeht. Dieses Part fand ich persönlich sehr gut und spannend, denn die Strukturen in dem Dorf sind alles andere als modern, Frauen haben ohne einen Mann sowieso keine Rechte und werden auch immer wieder gerne von Familien verkauft. So soll es auch den beiden Schwestern ergehen und die Männer kennezulernen und etwas von ihnen zu erfahren war wild. Immer wieder schafft es die Autorin schockierende Sachen einzubauen, die man gar nicht erwartet, aber doch zu dem Buch passen. Also düster ist es in jedem Fall.
Alles in Zevanders Welt und in Teil zwei fand ich dann auch gut, aber nicht mehr ganz so spannend. Ich hatte das Gefühl die Geschichte zieht sich manchmal sehr und dann kamen wieder Abschnitte, die super spannend waren. Besonders alles mit seiner Schwester und seinem Bruder hat mir gefallen, denn die beiden waren meine liebsten Charaktere, obwohl sie so unterschiedlich sind. Hier kommt dann auch das Überantürliche mehr ins Spiel und endlich ist das einmal kein Buch, wo die Hauptperson plötzlich eine verschollene Prinzessin oder die stärkste Person auf der Welt ist. Diese Richtung mochte ich echt gerne.
Es gibt auch eine angedeutete Liebesgeschichte, die aber eher im Hintergrund läuft und erst im letzten Teil wirklich wichtig wird. Ich mochte es, dass sie nicht die zentrale Rolle einnimmt und dadurch eine Nebenhandlung ist. Es hätte hier von der Atmosphäre her auch gar nicht gut gepasst.
Der letzte Teil in dem Buch war dann für mich auch der Schwächste, weil sich die Geschichte in eine Richtung entwickelt hat, die mir persönlich nicht gut gefallen hat. Zuerst war sie düster und atmosphärisch, man musste immer damit rechnen, dass irgendwas Schlimmes passiert, was auch im dritten Teil noch so war, aber es wurde dann mehr Augenmerk auf die Liebesbeziehung gelegt und eine Sache hat mich daran sehr gestört. Ich will es nicht spoilern, aber es passte nicht zu dem Buch und wurde gefühlt nur eingebaut, weil es in jedem Fantasybuch so sein muss. Die letzten 120 Seiten haben mich dann dazu gebracht, dass ich die Fortsetzung nicht mehr lesen möchte. Das Ende war vorhersehbar, zwar passiert davor noch was Spannendes, aber trotzdem habe ich nicht das Bedürfnis den zweiten Band zu lesen.
Fazit:
Die Grundidee und das Setting des Buches sind genial. Die Charaktere sind abwechslungsreich und ich mochte einige von ihnen wirklich gerne. Doch die Länge, manche Entwicklungen und besonders das Ende haben mir einfach nicht gefallen. Ich hatte das Gefühl die Autorin will noch ein bisschen mainstream einbauen, damit es ein größeres Publikum erreicht, aber es passte einfach nicht zum Rest. Band zwei werde ich wohl nicht lesen. Das Buch kriegt 3 Sterne von mir.