Meinung:
Erster Satz: Die erste Wehe trifft mich, als ich die Treppenstufen zum dunkelvioletten Palast hinaufsteige.
Das Cover ist wunderschön. Die Autorin hat es selber gezeichnet und man sieht die Liebe zu den Details. Ich finds einfach nur genial.
Der Schreibstil ist gewohnt gut zu lesen, es wird kein Blatt vor den Mund genommen und brutale Szenen werden ebenso detailsreiche beschrieben wie auch schöne Szenen. Das ganze Buch ist aus Sicht von Seren in der Ich-Perspektive geschrieben.
Zu Beginn lernt man Seren, eine Klinge des Hauses und Schatten, kennen. In Myr gehen merkwürdige Dinge vor sich und Seren wird vom Haus geschickt um die Ermittler dort zu unterstützen. Vale, eine Waffe in ihrem Lager, macht ihr dabei das Leben noch besonders schwer.
Der Einstieg in das Buch war heftig. Man hat keine Ahnung von der Welt und liest sofort von einem Ritual, in dem sich Menschen töten und danach ein Kind geboren wird. Das ist alles erstmal super verwirrend, mit der Zeit wird vieles aber erklärt und man wächst sozusagen in diese Welt hinein. Wenn man dann alles halbwegs verstanden hat kanns schon losgehen.
Seren war toll. Ich habe sie mir als kaltblütige Assassinin vorgestellt, dabei ist ihr Charakter ganz anders. Sie kämpft um irgendwann ihre Ruhe zu haben, ist an sich ein witziger und liebevoller Mensch, aber auch allein. Oftmals, wenn sie über ihre Einsamkeit nachdenkt, tat sie mir wirklich leid, denn sie frisst all ihre Gefühle in sich hinein und hat niemanden, außer Fran, der sie sich anvertrauen kann. Sie war ein toller Charakter.
Vale fand ich auch cool, obwohl man von ihm nicht ganz so viel erfährt, was sich hoffentlich in Band zwei ändern wird. Er wirkte auf mich sprunghaft, hat seine Meinung recht schnell geändert und eine starke Wandlung durchgemacht. Ob es nun daran liegt, dass er tot ist und eh alles egal ist oder ob er wirklich umdenkt bleibt offen. Ich mochte ihn jedenfalls, er hat Seren herausgefordert und sie manche Dinge hinterfragen lassen.
Livia und Mx sind Ermittler in Myr und arbeiten mit Seren zusammen. Beide habe ich sofort ins Herz geschlossen, sie lieben ihre Stadt und ihre Arbeit und tun alles, um die Menschen zu beschützen. Sie waren nicht nur Nebencharaktere, die halt da sind, man kann sie als Leser ins Herz schließen und genau das habe ich getan.
Bis ich das Buch hatte, habe ich schon wieder vergessen worums ging, aber weil es von Marie Graßhoff kommt, hatte ich da keinerlei Bedenken. Ihre Geschichten sind anders, sie traut sich was zu schreiben, das vielleicht nicht die große Masse anspricht und genau so ist es hier. Das Haus ist ein riesiger Komplex, der Schatten ausbildet. Menschen, die andere Menschen als Waffen benutzen können, wenn diese sterben und sie dabei berühren. Das Konzept an sich ist crazy, dass es in den Personen einen Ort, ein Lager gibt, an dem einfach Waffen existieren, die früher Menschen waren, aber es ist richtig cool. Neben dem Haus gibt es andere Ort, freie und unfreie Städte, doch alle stehen unter dem Schutz des Hauses, denn die Dunkelheit, die vor 500 Jahren kam verschlingt immer mehr von der Erde. Richtig wilde Idee, die aber einfach funktionieren.
Der Großteil der Geschichte dreht sich aber um Mordermittlungen. Seren wird nach Myr geschickt um den Ermittlern dort zu helfen, denn es werden Schatten umgebracht und das auf nicht sehr schöne Weise. Daneben gibt es noch kleinere Handlungsstränge und besonders gefallen haben mir die Momente, in denen Seren ganz vergessen konnte, was sie ist und einfach Spaß gehabt hat. Ihre Glücksgefühle konnte man dort regelrecht greifen und ich fand das so schön.
Vale ist die zweite große Frage in dem Buch, denn wird ein Mensch zur Waffe, bleibt nur ein Echo zurück, doch bei Vale ist das anders. Er ist besonders und da er und Seren eigentlich auf verschiedenen Seiten stehen, ist Ärger vorprogammiert. Ich mochte die Streiterein und DIskussionen zwischen den beiden, wie es hin und her ging und wie sich am Ende alles entwickelt hat. Ich finde, dass Seren gerade wegen Vale eine so starke Veränderung durchgemacht hat. Schon von Beginn an glaubt sie nicht an die Ideen des Fundaments, macht einfach ihre Arbeit und das wars, doch mit Vale beginnt sie immer mehr zu hinterfragen, auch ihre eigenen Ansichten, also hatte er einen sehr großen Einfluss auf sie und ihre Sicht auf die Welt.
Seren hat eine enge Vertraute und das ist Fran. Sie hat sie als Kind aufgenommen, den Seren ist eine Waise und hat sie großgezogen. Ich mochte Fran nicht, sie wirkte kühl und hat Seren all ihre Ideen abgesprochen, sodass sie immer nur ja zu Frans Aussagen sagte und dabei nicht einmal ein Problem sah. Daher fand ich es umso schöner, dass sie in Myr mit anderen Personen in Kontakt kommt und dort sowas wie Freunde finden könnte. Dieser Teil des Buches war einfach nur schön zu lesen, wie sie sich langsam öffnet und anderen Personen gestattet mehr in ihr zu sehen.
Die Ermittlungen waren gut geschrieben, es hat sich nicht gezogen, weil immer was passiert ist und als Leser konnte man mitraten, wer nun dahinter steckt. Die Autorin hat immer mal wieder kleine Hinweise eingebaut, sodass man, wenn man gut aufpasst, eigentlich dahinter kommen kann, was am Ende passiert. Ich bis es nicht und war am Ende einfach nur schockiert, weil da so viel passiert ist. Einen Teil habe ich vorhergesehen, vieles aber nicht und genau solche Überraschungen machen ein Buch noch besser. Das Ende war genial und ich habe so viele Fragen und bin so gespannt auf den zweiten Teil.
Fazit:
Ich liebe es. Alles daran. I am the Blade ist spannend, anders und zieht den Leser in einen Bann. Die Idee ist wild, aber genau das macht das Buch auch so besonders. Seren und die anderen sind mir schnell ans Herz gewachsen und ich kann es gar nicht erwarten den zweiten Band endlich zu lesen. Von mir gibts 5 Sterne.