Bei Kuchentratsch handelt es sich um eine Münchner Backstube, in der SeniorInnen zusammen backen und Marmelade einkochen, traditionelle Rezepte erhalten und neue stimmen zunächst ein wenig in die Geschichte des Einkochens ein, unterscheiden Konfitüre, Gelee, Marmelade, Chutney & Co., erläutern alles Wissenswerte rund ums Marmeladeeinkochen, von Säure bis Gelierprobe, Hygiene, benötigte Utensilien, Ideen für Dressings, Verfeinern von Konfitüren, alte und moderne Methoden des Einkochens. Sehr gut gefallen mir enthaltene Tabellen, wie jene zur Fehler-/Problemlösung.
Und dann folgen die Rezepte, unterteilt in die Kapitel:
Klassiker & Familienrezepte
Blüten, Kräuter & feine Aromen
Exotisch & Überraschend
mit Gemüse, Kräutern & Würze
Fruchtkompositionen mit Twist
Zitrus & Frische
Herzhaft eingelegt & klassisch konserviert
Besondere Anlässe & Geschenke aus der Küche
Schon alleine diese Übersicht zeigt, wie vielfältig und abwechslungsreich die ausgewählten Rezepte ausfallen. Jedes der Rezepte wurde ganz ausführlich erklärt und mit einem einführenden kurzen Text der/des rezeptgebenden Oma oder Opas mit namentlicher Nennung sowie meistens mit einem passenden, schönen, gemalten Bild versehen. Die bezaubernde Illustration und diese persönliche Weitergabe der Rezepte machen das Buch schon zu etwas Besonderem. Die Retepte selber finde ich allesamt ansprechend, häufig in ihrer Zusammenstellung sehr pfiffig. Eigentlich gehöre ich, was den Brotbelag angeht eher zu den Herzhaften, auch, weil ich als Kind nur absolut langweiliges Johannisbeer- oder Himbeergelee (und das auch noch ohne Kerne) kennen- und nicht liebengelernt habe. Die hier weitergegebenen Rezepte werde ich nach und nach ausprobieren, freue mich, dass sie gelingsicher sind und ich mich an ein ganz neues Thema in der Küche heranarbeiten kann. Sehr gut gefällt mir, dass nicht nur mit Gelierzucker sondern auch mit Gelfix, also ohne mögliche Zugabe von Zucker, oder unter anderem mit Pektin gearbeitet wird und ganz viele Varianten durchgespielt werden. Mich sprechen unter anderem besonders an: Holunderblüten-Apfel-Gelee mit Pfirsichstückchen, Erdbeer-Basilikum-Konfitüre, Quittengelee mit Sternanis, Aperol-Spritz-Gelee, Kürbis-Orangen-Marmelade, Winterchutney oder Orangen-Rhabarber-Konfitüre mit Weisswein und Orangenlikör.
Für mich bietet dieses hochwertig erstellte Buch sehr gute Anleitungen, auch in traditioneller Weise, wie meine Großmutter Marmelade eingekocht hat, jede Menge schöner, ansprechender Rezepte. Abgerundet wird dieses Erlebnis noch durch mehrere Bögen bezaubernd illustrierter, selbstklebender Etiketten, mit denen man seine oder vielleicht auch zu verschenkende Gläser verzieren kann. Das Buch halte ich sowohl für Marmeladeneinsteiger wie mich als auch für Passionierte gleichermaßen ansprechend, inspirierend und interssant.