Homestory beinhaltet 513 Seiten. Der Steingrubenhof ist ein Ort mit einer eingeschworenen Gemeinschaft. Sie haben eigene Regeln und danach leben sie auch. Als im Sommer die Leiche einer Journalistin gefunden wird, fällt der Verdacht auf die Hofbewohner. Die junge Anwältin Eva soll ihnen helfen, denn als Tochter der Gründerin Wilma, hat sie selbst früher da in der Kommune gelebt. Sie kennt so manche und auch, wie die Situation sich da so gestaltet. Jetzt, nach 13 Jahren, kehrt sie zurück. Manches hat sich verändert. Der Ort erscheint ihr jetzt fremd. Was verheimlichen ihr die Menschen, die sie so gut zu kennen glaubte? Auf der Suche nach Antworten, stößt Eva auf eine Mauer es Schweigens. Auch von ihrer Mutter.
Und je näher sie der Wahrheit kommt, desto klarer wir ihr: Die Gemeinschaft verbirgt mehr als ein Geheimnis und einen Mörder, der bereit ist, für seines zu töten...
Am Anfang des Buches werden die einzelnen Charaktere und der Plan von dem Hof vorgestellt. Das war gut, als Orientierung sehr hilfreich, zumindest am Anfang. Der Schreibstil ist leicht, locker und flüssig. Es bleibt durchgehend spannend, somit ist keine Langeweile zu spüren. Die Charaktere sind sehr verschieden und entwickeln sich im Laufe der Geschichte sehr unterschiedlich, manche gewinnen extrem an Kraft und Stärke. Dadurch, dass es so viele sind, an die 18 Bewohner, bekommt der Leser eine Ladung an Infos und Ansichten, die irgendwie zugeordnet werden müssen, damit man sich ein eigenes Bild machen kann. Die Abschnitte sind aus der Sicht der verschiedenen Charaktere geschrieben und man muss sich schon konzentrieren, damit man sich nicht verliert. Dazwischen kommt noch eine kursive Schrift, da wird aus Sicht einer Person, die gefangen gehalten wird, geschrieben. Da den Überblick zu behalten ist ein wenig schwierig, das Personenverzeichnis vom Anfang ist hier sehr hilfreich. Die Spannung baut sich langsam auf, steigert sich aber stetig und zum Schluss kommt es zu vielen Wendungen, bis sich das Geheimnis lüftet. Man kann zwischendurch gut miträtseln, manche Momente dadurch intensiver verfolgen, leider bei 18 Charakteren nicht immer durchgehend möglich. Das Setting und die Atmosphäre auf dem Hof kann man gut nachvollziehen. Es kommt zu Problemen durch Hitzesommer, schwache Ernten, die Selbstversorger haben dadurch Existenzängste. Der geheimnisvolle wilde Wald, der Brand und die Szenen um die Zisterne, die fand ich persönlich sehr spannend. Durch den flüssigen und interessanten Schreibstil und die angenehme Länge der Kapitel ist man trotzdem gerne drangeblieben und stellt sich durchgehend die Frage: Wer ist der Mörder???
Es ist ein gut durchdachter Psychothriller mit vielen Figuren und vielen Seiten. Von mir gibt es vier Sterne und eine Weiterempfehlung für alle, die Lust haben die Gemeinschaft kennenzulernen und mitzurätseln.