Tanja Huthmacher, geboren in Karlsruhe, studierte Germanistik, Journalistik und Kunstgeschichte in Bamberg und arbeitete fürs Fernsehen. Sie ist Autorin von Romanen, Kurzgeschichten, Hör- und Jugendbüchern und gibt Schreibseminare. Die Romanserie ZEIT DER FREUNDINNEN ist ihr neues Projekt nach ihrer erfolgreichen Romantrilogie ZEIT DER SCHWESTERN, mit der sie sich in die Herzen ihrer Leserinnen geschrieben hat.
Julias friedliches Leben wird durch den Entschluss ihres 16-jährigen Sohnes Flavio, eine Ausbildung zum Geigenbauer in Mittenwald zu beginnen, erschüttert. Zum Glück hat sie ihre langjährige Freundin Sophie und ihre wiedergefundene Freundin Helen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Während einer Hüttentour am Wochenende wird endlich ein lang gehütetes Geheimnis gelüftet, doch dies kann ihre Freundschaft nur stärken.
Julia leidet seit ihrer Kindheit unter Verlustangst, da ihr Vater einfach verschwand. Sie kann mit Veränderungen schlecht umgehen, doch sie fühlt sich in ihrer zweiten Ehe mit Max wohl und geborgen, arbeitet als Goldschmiedin und träumt von einer eigenen Schmuckkollektion. Max hatte keine schöne Kindheit, er ist Ordnungsfanatiker und stößt bei Julia doch ab und zu an seine Grenzen.
Helen, Julias Freundin aus Studientagen wurde von einem Schauspielstudenten mit Zwillingen schwanger, floh sie aus München und kehrte ohne Abschied nach Heidelberg zu ihren Eltern zurück. Doch nun ist sie wieder in Haidhausen und hat eine Buchhandlung übernommen.
Sophie, Julias gelassene und ruhige Schwägerin, ist seit Jahren an Julias Seite. Sie ist Textildesignerin und legt Wert auf tragbare Sachen, gute Qualität, ungewöhnliches Design und nachhaltige Produktion.
Der Roman beginnt ruhig und führt in die Leben der drei Freundinnen ein. Ich war durch den flüssigen warmherzigen Schreibstil sofort eingenommen. Die Figuren sind authentisch und liebevoll gezeichnet, ihre Probleme mit Loslassen, Neufindung und Neuausrichtung nachvollziehbar geschildert. Ich konnte mir den schwierigen Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt und die zögerliche Selbstfindung sehr gut vorstellen. Insbesondere Julias innerer Kampf um Gleichgewicht und Ausgewogenheit wurde sehr gut dargestellt. Für jeden der Protagonisten herrscht Aufbruchstimmung und die ersten Schritte in den neuen Lebensabschnitt müssen hart erkämpft werden. Die Neudefinition ist nicht einfach und die neue Freiheit ungewohnt. Im Mittelpunkt steht immer wieder die Frage Wer sind wir, wenn wir nicht in erster Linie Mütter sind?. Der erste Band der neuen Reihe war für mich rund, entspannend und einfach nur schön zu lesen. Er macht Lust auf eine Fortsetzung.