In Wellengrab schickt Stefan Ahnhem seinen Ermittler Fabian Risk einmal mehr auf Verbrecherjagd. Worum es geht, sei krimi- bzw. thrillertypisch knapp umrissen, um keine unnötigen Details vorwegzunehmen.
Während Risk mit seiner Tochter Matilda auf einem Segelboot ist, erlebt das Festland einen Stromausfall, der offenbar für eine Reihe von Verbrechen genutzt wird von Banküberfall bis zu Entführung. Obwohl die Ermittlungen zunächst von unzusammenhängenden Fällen ausgehen, scheint sich schnell ein Zusammenhang zu zeigen. Wurde der Stromausfall womöglich absichtlich herbeigeführt, um die Verbrechen begehen zu können? Und wenn ja, wer steckt dahinter?
Zunächst sollte man erwähnen, dass man Wellengrab der geschlossenen Handlung wegen ohne Kenntnis der Vorgängerbände lesen kann ja, man mag manche Anspielung oder Zusammenhänge verpassen, aber man käme klar. Wer die Vorgänger kennt, freut sich jedoch noch mehr, nämlich dass es bei Fabian Risk und seinen Kollegen endlich weitergeht. Der Plot ist raffiniert und nicht nur durch verschiedene sich langsam ineinander verwebende Handlungsstränge, Rückblenden, Wendungen usw. erfreulich komplex, entfaltet daher aber zunächst nur langsam Spannung. Doch damit nicht genug, denn Ahnhem garniert seine Geschichte noch dazu mit Aktualität sondergleichen, hat Deutschland doch gerade erst vor ein paar Wochen einen größeren Blackout erlebt, und da wären die Hintergründe: Mächtige Männer mit viel Geld machen Menschen bzw. die Gesellschaft zu ihrem Spielball. Gerade nach der Nachrichtenlage in letzter Zeit ist man nur allzu bereit, die Handlung für möglich zu halten. Fans der Serie wissen es, dass Ahnhem zu den Vertretern skandinavisch üblich nicht zimperlicher Krimis gehört. Wen das allein nicht überzeugt, könnte vielleicht der Umstand erreichen, dass man Ahnhems Erzählstil anmerkt, dass er auch schon zahlreiche Drehbücher geschrieben hat. Damit ist die Geschichte flüssig erzählt, was insbesondere gilt, wenn man sie von David Nathan vorgelesen bekommt (er irritiert mich zwar immer noch manchmal mit wie Fragen betonten Aussagesätzen, aber das verzeihe ich ihm seiner Stimme wegen gern). Man will wissen, wie es weitergeht und hört doch noch schnell ein Kapitel oder zwei oder in der Hörbuchfassung durchaus eine Empfehlung.