Die adelige Vivian lässt sich von der Abenteuerlust des Stallmeisters Ross anstecken und bucht mit dem weit unter ihrem Stand stehenden jungen Mann kurzerhand eine Schiffspassage von England nach Kanada, um ihr Glück auf den verheißungsvollen Goldfeldern zu suchen. Dass der Weg weiter und sehr viel beschwerlicher ist als gedacht, stellt sich natürlich erst auf der Reise heraus.
In zwei großen Handlungssträngen, welche im Laufe der Kapitel zusammengeführt werden, erzählt Sarah Lark auf beeindruckende Weise, wie es den Auswanderern und Abenteurern um 1860 wohl ergangen sein mag. Besonders beeindruckend ist die Tatsache, dass einigen Figuren im Buch historisch belegte Personen als Vorbild gedient haben und viele wahre Begebenheiten in die fiktive Handlung miteingeflossen sind. Zudem sind es die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und die vielen kleinen Details zum Land und zur indigenen Bevölkerung, welche dem Roman seine Lebendigkeit und Authentizität verleihen. Einer für mich unvorstellbaren Reise folgt eine aufregende Zeit des Goldschürfens, welche jedoch ernüchternd ist aufgrund des geringen Ertrages und der schwierigen Lebensumstände weitab der gewohnten Zivilisation. Weitere interessante Themen bereichern die Geschichte, seien es Tanz und Theater, Pferde und Wettrennen und natürlich die Beweggründe, welche überhaupt erst den Goldrausch ausgelöst haben.
Epische 600 Seiten, welche die Zeit im Nu verstreichen lassen, begeistern durch bildhafte Beschreibungen, bestens charakterisierte Personen und eingehende Recherche, sodass das Lesen dieses Romans zum wahren Vergnügen wird. Wann folgt Band 2 der Kanada-Dilogie?