Mortimer Heir war schon zu Lebzeiten ein ziemliches Ekelpaket. Nun ist er tot und hält mit der Suche nach (s)einer ihm bestimmten Grabstelle nicht nur seine junge Witwe, sondern auch ein ganzes Dorf auf Trab. Zwar hat er schon sein ganzes Leben von diesem Grab fabuliert, doch niemandem verraten, wo dieses genau liegt. Man kennt wohl den Namen des Dorfes irgendwo in Irland und den dazugehörigen Friedhof, aber die genauen Koordinaten des Grabes sind unbekannt.
Die Witwe, Heirs vierte Ehefrau, reist mit den sterblichen Überresten und zwei Totengräbern also in das Dorf. Nun beginnt ein langes Herumirren von Grab zu Grab, denn die drei alten Männer, die möglicherweise Mortimers Grabstelle kennen, sind sich über den genauen Ort uneins. Im Schatten eines Baums soll das Grab sein. Welcher Baum? Eine Ulme? Oder doch nicht? Mehrmals graben die Totengräber an falscher Stelle.
Meine Meinung:
Die Geschichte wirkt ein wenig absurd und komisch. Doch im streng katholischen Irland werden vermutlich letzte Verfügungen von Verstorbenen, so schwierig oder absurd sie den Hinterbliebenen auch vorkommen, getreulich ausgeführt. Zudem ist die Zeit in der die Geschichte spielt, also Ende des 19. Jahrhunderts, zu berücksichtigen.
Ich habe über diese nur 96 Seiten dünne Geschichte des irischen Dichters und Journalisten Seumas OKelly, der 1918 verstorben ist, mehrmals schmunzeln müssen. Ob OKellys Hinterbliebene mit seinem Leichnam ähnliches durchmachen mussten?
Sprachlich ist das Buch ein Genuss, was auch an der Übersetzung liegt.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Buch 5 Sterne.