Da ich die Romane von Daniela Dröscher, "Lügen über meine Mutter" und "Junge Frau mit Katze" sehr gemocht habe, interessierte ich mich auch für ihr neuestes Buch mit dem prägnanten und knappen Titel "Sprechen". Anders als die beiden vorher genannten Bücher handelt es sich nicht um Autofiktion, sondern um ein Essay, bei dem die Autorin auf unterhaltsame Weise Wissenschaftliches und Persönliches miteinander vermischt.
Daniela Dröscher betrachtet Sprechen und Sprache von verschiedenen Blickwinkeln her. Funktion der Sprache, wie wirkt Sprache, wie wird Sprache von Mitmenschen aufgenommen, die Rolle der Sprache für die eigene Identität, das alles sind Fragen, mit denen sie sich beschäftigt.
Besonders interessant fand ich die Bezüge zu ihrem eigenen Leben, die Dröscher immer wieder miteinfließen lässt. Viele der Situationen, die sie schildert, sind der/dem LeserIn bereits aus ihren Romanen in der einen oder anderen Weise bekannt., z.B. die Rollen ihrer Eltern und Großeltern.
Ich finde es beachtlich, dass Daniela Dröscher so offen über intimste Details ihrer Vergangenheit und ihrer Familie schreibt.
Ein interessantes Buch, das zum Nachdenken über Sprache, Kommunikation und Identität einlädt.