Meinung:
Erster Satz: Die kalten Schatten im Schwarzen Saal bewegten sich kaum, aber ich spürte sie trotzdem.
Das Cover ist genau meins, ich finde es einfach unglaublich schön! Darauf die Academy und andere Elemente aus dem Buch.
Der Schreibstil der Autorin war gut zu lesen, manchmal gab es zu ausschweifende Sätze, aber ansonsten kam ich gut voran. Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive, wobei es Kapitel aus verschiedenen Sichten gibt und man somit von allen Charakteren ein bisschen mehr erfährt.
Zu Beginn lernt man Lucinda kennen, die auf der Straße lebt. An ihrem 21. Geburtstag wird sie von Ezra, einem Professor gefunden, der ihr eine Einladung für eine Akademie für Hexen überbringt. Dort dreht sich alles darum, junge Leute für den Krieg auszubilden und Lucinda ist nun mittendrin.
Der Einstieg in das Buch ist mir nicht ganz so leicht gefallen, es hat ein wenig gedauert, bis ich die Welt halbwegs verstanden habe. Beginnen tut es insgesamt aber gut, Lucinda überlegt sich von einer Brücke zu stürzen und ihr Gefährte, der Falke Ash, und andere Ereignisse lassen sie es sich nochmals überlegen. Danach ging es besser.
Lucinda fand ich in Ordnung. Sie ist recht schwach, auch wenn sie nicht so wirken will, eigentlich auch schüchtern und halt die meiste Zeit keinerlei Lebenwillen mehr. Zwischendurch fand ich sie schon recht anstrengend, weil sie allein gar nichts auf die Reihe bekommen hat und ich mich echt gefragt habe, wie sie all die Jahre allein zurecht gekommen ist.
Devriel, Onyx, Silas und Nova sind sozusagen der nicht so geheime Elitetrupp an der Akadmie und mit allen bis auf Onyx bin ich nicht wirklich warm geworden. Sie sind grundsätzlich interessante Charaktere, denen es aber an Tiefe mangelt. Bei Devriel gibt es gegen Ende ein paar Einblicke, aber das hat einfach nicht gereicht. Nova und Silas hätten ebenso nicht vorhanden sein können, und es hätte wenig geändert. Es bliebt gefühlt nicht genug Zeit um starke Charaktere aufzubauen und das hat man besonders bei den vieren stark gemerkt.
Dann gibt es noch Ezra, den Professor, mit dem Lucinda schon Beginn an anbandelt. Ezra mochte ich zuerst noch am liebsten, man merkte, dass er was zu verbergen hat und natürlich ist es nicht so smart sich als Lehrer an eine Schülerin ranzumachen, aber darüber kann man hinwegsehen. Denn er hatte tatsächlich mehr Auftritte und damit konnte man eine bessere Verbindung zu ihm herstellen. Flach blieb er zwar trotzdem, doch er hat mehr Gefühle als die Saints bei mir hervorgerufen.
Die Geschichte war für mich nicht unbedingt neu, es war eine dunkle Akademie, an der Schüler auch mal sterben. Grundsätzlich mochte ich die Idee, dass es Magier gibt und dass Hexen ihre Kräfte erst mit einem Familiar bekommen und davor eigentlich machtlos sind. Niemand wird gerne unterdrückt und die Hexen bilden junge Hexen aus um dann in den Krieg zu ziehen. An sich eine wirklich gute Idee, die Umsetzung war allerdings nur in Ordnung.
Zuerst hat mich das nicht vorhandene World Building gestört. Es werden Namen von Stadtteilen erwähnt und dann die Akademie selbst, wo man durch einen Wald muss um dahin zu kommen. Dann gibts in der Nähe von der Akademie eine Stadt, wo die Schüler oft hingehen. Ich konnte mir absolut nichts vorstellen, denn der Wald kann nicht so unüberwindbar sein, die Magier müssten einen von den beiden Orten doch finden können. Und wenn die Akademie so geheim ist, wieso ist dann die Stadt daneben? Gehört sie dazu? Ich weiß es nicht und das hat mich wirklich gestört.
Als nächstes fand ich Lucinda einfach nur naiv. Sie nimmt alles so hin, hinterfragt nichts, irgendwer stibrt, egal. Vom Unterricht bekommt man sowieso nur sehr wenig mit und wenn passiert auch da nicht sonderlich viel, es sind eher Informationen, damit man die Hexen besser versteht. Lucinda wollte da gar nicht hin und macht es trotzdem, denn ihr wurden Informationen über ihre Eltern versprochen, die aber erst sehr spät kommen. Ihre Antriebslosigkeit hat mich oft so sehr genervt, ein bisschen mehr Energie hätte ich mir von ihr schon gewünscht.
Eine wirkliche Liebesgeschichte in dem Sinne gab es nicht, es gibt immer wieder intime Szenen zwischen verschiedenen Charakteren, aber keine wirkliche Verliebtheit. Das fand ich gut, denn es hätte auch gar nicht zum Rest des Buches gepasst. Ich fand es so wie es jetzt beschrieben wurde gut und Lucinda ist emotional sowieso so kaputt, dass sie keine wirklichen Gefühle zulassen kann.
Die Spannung bliebt für mich auf der Strecke. Neben den Unterrichtsstunden und den verbalen Ergüssen von den Charakteren kam für mich keine Spannung auf. Am Ende hebt sich der Spannungsbogen etwas, aber dann ist das Buch vorbei. Es lebt eher von der Atmosphäre, doch zwischendurch hat es sich schon ewtas gezogen. Die guten Ansätze wurden leider immer wieder verworfen, so gab es Kapitel aus Onyx und aus Novas Sicht, doch die waren rar gesät und grad die beiden waren interessant zu lesen. Das Ende war dann spannender, aber auch nicht so, dass ich unbedingt den zweiten Teil brauche.
Fazit:
Für mich war es leider nur ein durchschnittliches Buch. Ich fand es toll, dass die Charaktere wirklich morally grey sind und die Geschichte an sich so düster war, doch es gab auch langatmige Momente und generell ist eher wenig passiert. So las es sich