Caruso, ein ehemaliger Profi-Surfer, ist seit einer Weile auf der (fiktiven) philippinischen Insel Surogao gestrandet. Die besten Surfspots der Welt, unter anderem das namensgebende Heavens Gate, haben ihn dorthin getrieben. Auch wenn man, so wie ich, keine Ahnung vom Surfen hat, ist das Setting einfach traumhaft. Die Insel, einschließlich der Natur und der Menschen, wird so lebhaft und szenisch beschrieben, dass man sich beim Lesen so fühlt, als wäre man selbst Teil davon. Der "Vibe", den solchen Orte ausstrahlen, wird perfekt eingefangen. Vor allem wenn man selbst schon einmal auf einer Insel in Südostasien war, wird man in diese Zeit zurückversetzt und man schwelgt in Urlaubs- bzw. Backpacking-Erinnerungen. Für mich persönlich war das Setting das Highlight des Buches, da ich bisher noch keinen Krimi gelesen habe, der an so einem traumhaften Ort spielt.
Der Schreibstil passt perfekt zu diesem Schauplatz. Das Buch ist mega flüssig und angenehm zu lesen. Man fliegt nur so durch die Seiten; ich selbst habe das Buch im Urlaub innerhalb eines Tages verschlungen. Ich kannte den Autor Daniel Faßbender vorher nicht, mich überrascht es aber nicht, dass er unter anderem ein Literaturstipendium des Literaturbüros NRW und des Literaturhauses Bonn erhalten hat und sein Debütroman "Die weltbeste Geschichte vom Fallen" auf der Longlist des Blogbuster-Literaturpreises stand.
Die Figuren haben mir ebenfalls gut gefallen. Insbesondere Caruso ist sehr sympathischer und nahbarer Protagonist. Ich konnte ihn mir richtig gut vorstellen: der in die Jahre gekommene Ex-Profi, der etwas zu tief ins Glas schaut, kaum über die Runden kommt und sich deshalb als Gelegenheitsdetektiv über Wasser hält, indem er Touristen bei gestohlenen Rollern und Surfbrettern unterstützt.
Das zugrundeliegende Thema des Buches wird bereits im Klappentext angedeutet: Drogenschmuggel und Korruption. Meiner Meinung nach hätte dieser Spoiler nicht sein müssen, da man dadurch bereits relativ schnell erahnen kann, worauf die Auflösung hinausläuft. Insgesamt habe ich das Buch aber trotzdem als sehr spannend empfunden (wie bereits gesagt war ich innerhalb eines Tages durch), das Grundgerüst der Handlung ist jedoch an sich nichts Neues. Was ich damit sagen will: Es kamen für mich persönlich keine krassen bzw. unvorhersehbaren Wendungen, die den Fall in eine komplett andere Richtung lenken aus diesem Grund vergebe ich 4 anstatt der vollen 5 Sterne. Nichtsdestotrotz hat mir die Handlung gut gefallen und ich kann das Buch jedem Krimi-Liebhaber empfehlen; vor allem wenn man mal etwas Anderes als die typischen Kripo- und Polizei-Strukturen lesen möchte.