Nachdem Scarlett von ihrem Mann geflohen ist, arbeitet sie in einem Krankenhaus in New Orleans. Dort wird eines Tages ein Mann mit Amnesie eingeliefert und eine unvorhergesehene Verbindung entsteht. Zeitgleich wird eine Sturmwarnung ausgesprochen, denn Hurrikan Katrina ist auf dem Weg.
Das da draußen war der wahre Feind. Gegen die Natur waren sie alle machtlos. Sie war die wahre Macht dieser Erde. Eine Macht, die niemand aufhalten konnte. Katrina würde kommen. Unaufhaltsam. Ohne Rücksicht, ohne Skrupel. -Scarlett
Dieses Buch hatte das Potenzial und so viele Möglichkeiten, um gut zu werden, aber es wurde nicht genutzt und selbst wenn ich dem Buch zwei Sterne verleihe, kann ich keine Empfehlung aussprechen. Trotzdem kann es anderen gefallen haben und das freut mich dann auch für sie. Das Cover hat mich angesprochen und auch der Klappentext lädt zu einem spannungsgeladenen Buch aus dem Genre Romantic Thrill ein. Mir persönlich gefallen zwar die schattenartigen Umrisse der Personen auf dem Cover, nicht aber die vielen Menschen am unteren Rand, denn das hat bei mir für das Buch schon falsche Erwartungen geweckt. Die Kapitel sind kurz und durch die vielen Perspektiven bekommen wir einen Rundum-Blick über das ganze Geschehen.
Aber es war weder spannend, noch wirklich gefühlvoll, weswegen man das Buch halt liest und sich freut, dass es nur knapp 270 Seiten waren, die für ein komplexes Buch viel zu wenig sind. Ich kann verstehen, dass die Autorin eine Reihe schreiben wollte, die aus vielen kürzeren Geschichten besteht, in denen es um verschiedene Special Agents of Justice geht, doch um wirklich mitzufühlen und die ganze Dramatik und Spannung am eigenen Leib zu erleben, fehlen mindestens 100 Seiten und das ist schade. Was meiner Meinung nach gut gewählt wurde, ist das Thema rund um Hurrikan Katrina, dessen Zerstörungskraft durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient. Die gefahrvolle Stimmung und die Intrigen auf der Politiker-Ebene waren interessant und genauso könnte es in der Realität aussehen. Als schönes Extra werden im Anhang ein paar Fakten genannt, die das Geschehen abrunden. Trotzdem kam es erst im letzten Drittel richtig zu Gefahrensituationen und zur ganzen Tod-Leben-Dramatik, was dazu führt, dass davor kaum Spannung vorhanden ist, und bei einem Roman, der mit Thrill wirbt, ist das nicht ausreichend.
Dementsprechend ist die Storyline gut, aber nicht mitreißend, denn ich hätte jederzeit aufhören und Tage später weiterlesen können. Zuerst lernt Scarlett den Fremden kennen, dessen Identität wir schon fast von der ersten Seite wissen, was wieder die Spannung rausnimmt. Innerhalb weniger Tage kommen sie sich näher, während sich ihr Ehemann zusammen mit seinem Bruder um die Weltpolitik kümmert und das auf grausame Weise. Anschließend kommt es zum vorhersehbaren Showdown und auch das Finale des Buches kam nicht überraschend. Ich hätte direkt sagen können, wie es ausgeht, weil keine einzige Handlung unerwartet kommt und das ist wirklich schade. Des weiteren treffen ziemlich viele Zufälle aufeinander, was Sinn macht, um das Buch logisch und schlüssig zu Ende zu bringen, aber künstlich und gezwungen wirkt. Allein die Verbindung zwischen den Protagonisten über Scarletts Ehemann und die Rettungsaktion war so konstruiert, dass es keinen Spaß machte, dem weiter zu folgen. Trotzdem sage ich noch einmal, dass die Grundidee gut ist und andere genau das, was mir missfiel, gerne lesen, nur für mich war dieses Buch ein Reinfall.
Scarlett, ihr Ehemann und der geheimnisvolle Fremde führen uns durch die Geschichte und zwischendurch haben wir auch Kapitel über den Bruder des Patienten und zum Beispiel über eine Krankenschwester. Die Figuren für sich sind interessant und haben auch irgendwie Charakter, sodass mir Scarletts Mut und Hilfsbereitschaft genauso gut gefallen haben wie die Vergangenheit von dem Mysteriösen und wie es sein Leben geprägt hat. Baretts Kapitel waren die spannendsten, weil etwas geschieht, das die Story voranbringt und auch bei Scarletts Ehemann entwickelt sich die Geschichte weiter, auch wenn man die Art und Weise nicht mag. Leider kam die Liebesgeschichte so gar nicht bei mir an und dieses ganze Instant-Love war übertrieben, sodass für mich keinerlei Gefühle entstanden sind. Okay, die Protagonisten haben kaum Zeit zusammen, aber genau das ist das Problem und allein, dass sie für den jeweils anderen das Leben riskieren wollen und in den Sturm fahren, wenn sie sowieso kaum etwas ausrichten können, war unlogisch. Wenn die Chemie nicht stimmt und das Buch auf der Liebesstory aufbaut, kann man die Story nicht genießen.
Letztendlich gab es noch einen Punkt, auf den ich all meine Hoffnung gesetzt habe und das war das Auftreten der Special Agents of Justice, doch auch das war enttäuschend. Statt einer phänomenalen Agenten-Einheit, die die Welt rettet und viel Einfluss auf das Ende nimmt, haben wir wieder etwas Vorhersehbares und nicht viel Action. Die Auflösung zum Schluss gibt viel Raum für die weiteren Bücher der Reihe und das ganze Prinzip ist in Ordnung, aber das war es auch schon. Wenn man schon so tolle Agents auf den Plan ruft, muss auch etwas Fantastisches passieren und das ist leider nicht geschehen. Sehr schade, denn das Buch hatte viel Potenzial.
Insgesamt gibt es von meiner Seite keine Leseempfehlung, weil das Buch trotz vielversprechender Prämisse nur semi-gut ist! Doch das ist nur meine Meinung und andere Leser können es gut finden und das freut mich für sie.