Nach den dramatischen Ereignissen, die Léons angeblichen Tod zur Folge hatten, kehrt allmählich wieder Ruhe an der Côte d'Azur ein. Der Commissaire hat sich von den schweren Verletzungen erholt und hält sich an Bord seiner Luxusyacht versteckt. Obwohl er sein Familienleben genießt, plagt ihn allmählich die Langeweile. Da kommt Nadias Vorschlag gerade zur rechten Zeit. In Nizzas Nobelherberge, dem legendären Hotel Negresco, wurde ein Gast, die berühmte Operndiva Maria Grazia, betäubt und ausgeraubt. Das ihr gestohlene Collier ist Millionen wert. Welcher Polizist kennt sich vor Ort am besten aus? Also ermittelt Léon dort. Undercover, getarnt als Zimmerkellner.
Alexander Oetker lässt sein spannendes Team Bentaleb & de Cavallier im zweiten Fall ermitteln. Zwar entfällt dieses Mal der Zusammenprall zweier Welten bzw. ist stark abgemildert, aber auch als Freunde, die sie mittlerweile sind, verfügen Nadia und Léon über ausreichend Potenzial und Charisma.
Während der Commissaire die Kehrseite des Negrescos kennenlernt, bekommt seine Kollegin einen neuen Fall. Im pittoresken Bergdorf Haut-de-Cagnes nahe Nizza hat ein Verkehrsunfall beinahe zur Katastrophe geführt. Es stellt sich heraus, dass die Bremsen des beteiligten Fahrzeugs manipuliert waren. Dessen Fahrer Maxime, einer der Champions im Boules carrées, ist allgemein beliebt. Außerdem ruhen die Titelhoffnungen des Dorfes bei der gerade beginnenden Weltmeisterschaft in dieser Sportart auf ihm. Nadia kann nicht glauben, dass Rivalität um den Titel das Motiv für den Anschlag ist. Als der gemütliche alte Arthur, der Ersatz für Maxime als Champion für Haut-de-Cagnes, brutal zusammengeschlagen wird, kommt sie ins Grübeln.
Der Autor entführt uns erneut nach Nizza und an die Côte d'Azur. Mit der atemberaubenden Landschaft, französischem Savoir-vivre und Lokalkolorit spart er nicht, was mich immer wieder begeistert. Mit dem Boule carrées stellt er bspw. eine kaum bekannte Sportart vor. Gleichzeitig thematisiert er kritisch die Probleme, die der ungezügelte Tourismus für die Einheimischen mit sich bringt.
Der Humor kommt nicht zu kurz. Ich habe es in meinem Kopfkino gesehen, wie Nadia den immer edel durchgestylten Comte de Cavallier in den einfachen Kellner Léon verwandelt. Besonders gefallen hat mir sein Ferrari-Ersatz. Vor allem die Farbe!
Dieses Mal ermitteln Nadia und Léon, die beiden so gegensätzlichen Kommissare zumindest am Anfang unabhängig voneinander. Um ihre Fälle erfolgreich zum Abschluss zu bringen, benötigen und bekommen sie jeweils die Hilfe des anderen. Mithilfe von Computer-Ass Loïc gelingt es den beiden nicht nur ihre Fälle aufzuklären, sondern zusätzlich unerwartete Erkenntnisse zu gewinnen. Diese eröffnen einen völlig neuen Blick auf die vergangenen Ereignisse.
Ich habe den erneuten Ausflug an die Côte d'Azur wieder sehr genossen und freue mich schon auf Bentalebs und de Cavalliers nächsten Fall.
4,5 Sterne