Mit dem Buch Insel der Ratten schafft der Autor Jo Nesbø ein dystopischen Nach-Pandemie Thriller, der schreckend aktuell und authentisch wirkt.
Die dystopische Welt die Nesbø hier schafft ist wirklich düster und auch gruselig. Nach einer Pandemie hat sich die Gesellschaft komplett verändert und Banden regieren die Straßen. Selbst die Polizei schützt sich selbst vor Überfällen, da sie Waffen besitzen und dies ein teures Gut bei den Banden auf der Straße ist. Wir lesen aus verschiedenen Sichten und merken, dass nicht jeder unbedingt freiwillig bei diesen Gangs mitmacht, sondern es auch ein Weg ist zu überleben, wenn auch ein sehr gefährlicher.
Die Insel der Ratten ist eine Insel, die wie eine kleine eigene funktioniere Stadt aufgebaut wurde und dem reichen Unternehmer Colin Lowe mit seiner Familie Zuflucht bietet. Natürlich ist diese Insel nicht für die Allgemeinheit geöffnet.
Aus der Sicht von Will, treffen wir auf Brad, den Sohn von Colin Lowe, der mit seiner Bande wohl sein eigenes Imperium aufbauen möchte. Doch nachdem Wills Tochter Amy entführt worden ist, will Will sie natürlich zurückholen und verfolgt Brads Gang. Es kommt immer wieder zu Kämpfen, Toten und Verletzten, dies macht die Geschichte immer wieder düster und auch authentisch. Ich fand nichts übertrieben, sondern nur brutal ehrlich. Jo Nesbø beschönigt nichts, sondern erklärt und schreibt die Dinge wie sie sind. Dies hinterlässt immer wieder Gänsehaut und doch will man immer weiter lesen.
Es ist erschreckend, dass man sich überhaupt nicht sicher sein kann. Sobald jemand bemerkt, dass man ein etwas teures zum Überleben hat, wie zum Beispiel einen Stromgenerator, gerät man in das Visier dieser Banden. Also selbst wenn man denkt, man ist sicher und kann überleben in dieser kaputten Gesellschaft, wird einen bewusst, wie wenig man sich tatsächlich vorbereiten kann.
Der Showdown am Ende wurde gut beschrieben und die Handlung hat sich immer wieder zugespitzt. Es war insgesamt ein wirklich packender Thriller, den ich so noch nicht gelesen habe. Die Print-Variente hat 208 Seiten und das Hörbuch eine Länge von 4 Stunden und 23 Minuten. Die beiden Sprecher Oliver Siebeck und Jenny Laura Bischof konnten die Stimmung und Atmosphäre der Charaktere und der Handlung wirklich gut einfangen und wiedergeben. Ich fand die Betonungen wirklich gut und gerade auch die Stimme von Oliver Siebeck hat gut zu Will gepasst.
Ich habe noch nicht viele Bücher von Jo Nesbø gelesen und doch konnte mich dieser Thriller wieder abholen. Dadurch wurde ich überzeugt mir mehr Bücher von dem Autor anzuschauen und kann für dieses Buch auf jeden Fall eine Leseempfehlung aussprechen.