Worum gehts?
Auf Wuthering Heights nimmt Mr. Earnshaw den heimatlosen Heathcliff auf und zieht ihn wie einen Sohn groß. Zwischen Heathcliff und seiner Tochter Catherine entsteht eine tiefe, fast unzertrennliche Verbindung zwei Seelen, die einander erkennen. Doch hinter Heathcliffs schweigsamer Fassade lauert etwas Dunkles. Liebe, Stolz, Rache und verletzte Gefühle beginnen ein Geflecht zu spinnen, das Generationen überdauert.
Meine Meinung:
Emily Brontës Roman Sturmhöhe erscheint hier in einer wundervollen Schmuckausgabe, die schon rein optisch ein kleines Highlight im Bücherregal ist. Obwohl ich das Buch bislang noch nicht gelesen hatte, greife ich immer wieder gerne zu literarischen Klassikern etwa von Jane Austen oder Shakespeare und auch Emily Brontë trifft mit diesem Werk genau meinen Geschmack.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, meist durch die Haushälterin Ellen Dean, die über viele Jahre sowohl auf Wuthering Heights als auch in Thrushcross Grange lebte und die Geschehnisse aus nächster Nähe miterlebt hat. Etwas verschachtelt wird die Erzählstruktur dadurch, dass Ellen ihre Erinnerungen wiederum Mr. Lockwood berichtet, dem neuen Mieter von Thrushcross Grange. Und in ihren Erzählungen ab und an wiederum andere Personen ihre Sicht darstellen. So entsteht eine Erzählung innerhalb der Erzählung, die zunächst komplex wirkt, in die man sich jedoch schnell hineinfindet.
Besonders faszinierend sind die Figuren dieses Romans. Kaum jemand ist wirklich sympathisch viele handeln eigensinnig, verletzend oder grausam. Ich weiß nicht, wer von allen am unangenehmsten ist nur Hareton, der immer irgendwie grobschlächtig wirkt und etwas untergeht, scheint ein gutes Herz zu haben. Und natürlich Ellen.
Die Geschichte selbst ist ebenso verworren wie düster und zugleich unglaublich fesselnd. Dass der Roman bereits 1847 erschienen ist, macht es umso erstaunlicher, wie zeitlos und lebendig sich die Handlung liest. Heimlichkeiten, verletzte Eitelkeiten, zerstörerische Leidenschaften und komplizierte Familienverhältnisse treiben die Handlung voran. Sturmhöhe ist eine düstere Liebesgeschichte voller emotionaler Abgründe mit kränklichen Figuren, dramatischen Verstrickungen und einem Ende, das gleichzeitig überraschend und doch irgendwie hoffnungsvoll wirkt. Der Sprachstil wirkt stellenweise etwas altertümlich und braucht ein wenig Eingewöhnung. Gleichzeitig besitzt er jedoch eine besondere Atmosphäre. Immer wieder gibt es Szenen, die trotz aller Dunkelheit auch humorvolle Momente enthalten z.B. die grobschlächtige Art, wie Heathcliff Mr. Lockwood begrüßt und andere Szenen wie diese haben mich doch immer auch wieder zum Schmunzeln gebracht. Das Buch hat einen wirklich hohen Unterhaltungswert
Gerade diese Mischung aus düsterer Leidenschaft, starken Charakteren und einer komplexen Erzählstruktur macht den Roman so faszinierend. Sturmhöhe ist ein Klassiker, der nicht ohne Grund seit Generationen gelesen wird. Für mich war es eine spannende und sehr unterhaltsame Lektüre und sicher nicht das letzte Mal, dass ich zu diesem Buch greifen werde. Man könnte fast sagen: ein Stück literarischer Allgemeinbildung.
Fazit:
Mit Sturmhöhe hat Emily Brontë einen der düstersten und zugleich faszinierendsten Klassiker erschaffen. Die Geschichte von Heathcliff und Catherine ist keine romantische Liebesgeschichte im klassischen Sinne, sondern ein Sturm aus Leidenschaft, Stolz und zerstörerischen Gefühlen. Gerade diese kompromisslose Intensität macht den Roman bis heute so beeindruckend. Die neue Schmuckausgabe unterstreicht den zeitlosen Charakter des Werkes und macht das Buch auch optisch zu einem besonderen Schatz im Regal. Wer große Klassiker liebt oder sich endlich einmal an diesen literarischen Meilenstein wagen möchte, sollte das Buch unbedingt lesen.
5 düster-leidenschaftliche Sterne von mir!