Cover & Klappentext
Das Cover gibt nicht allzu viel her, da es eher neutral gehalten wurde. Das macht den Inhalt umso geheimnisvoller.
Hier ist es der Klappentext, der überzeugen muss, was er auch problemlos schafft. Mich hat er sofort angesprochen.
Meinung
Raven hat hart gearbeitet für ihr Stipendium an der Columbia. Als sie mit einem Video erpresst wird, droht sie alles zu verlieren. Um an die erforderliche Summe zu kommen, spielt sie die Fake-Freundin für Tristan, einen reichen Kommilitonen, der dringend eine Begleitung für Events der High Society braucht. Dort trifft Raven wiederholt auf Emerald Darkmore, den Erben eines milliardenschweren Schmuckimperiums. Jenen Mann, der für den Tod ihrer Schwester verantwortlich ist, und sich mit jeder Begegnung mehr in ihr Herz schleicht.
Aus der Sicht von Raven und Emery wird man durch das Geschehen geführt, wobei Raven mehr im Fokus steht. Der Einstieg gelingt leicht, schon allein weil die Autorin überraschend schnell mit ihrem fabelhaften Schreibstil überzeugt. Die Wortwahl und die Formulierungen sind nuanciert und immer auf den Punkt gebracht. Man gleitet förmlich durch die Seiten. Auch das Tempo wurde passend gewählt, sodass kaum Längen aufkamen.
Die Art von Geschichten gibt es zuhauf, dachte ich. Die Handlung ist vorhersehbar, dachte ich. Einige Geschehnisse wirken konstruiert, dachte ich.
Ich habe mich noch nie so gern geirrt. Denn diese Story bietet alles, was für eine gute Unterhaltung notwendig ist. Empfindliche Themen wurden sensibel umgesetzt, ohne dabei mit Emotionen zu geizen. Selbst die spannenden Momente wurden ausreichend ausgereizt, sodass man gar nicht anders kann, als mitzufiebern. Nicht zu vergessen die diversen Plot-Twist.
Auch die Hauptprotagonisten wurden hervorragend dargestellt. Sie sind vielschichtig, besitzen ihre Schwächen und müssen sich beweisen. So wirken sie authentisch. Besonders Raven hat es mir angetan. Obwohl ich des Öfteren meine Schwierigkeiten mit den weiblichen Hauptprotagonisten habe, hat mich Raven schnell überzeugt. Vielleicht war ich beeindruckt von ihrer Zielstrebigkeit, auch wenn sie dadurch etwas nerdig wirkt. Vielleicht war es auch ihr moralischer Kompass, der ihr in dieser Welt der Reichen und Schönen etwas Menschliches verleiht.
Emery hingegen hat es mir zu Anfang etwas schwer gemacht. Er ist nicht immer einschätzbar, da seine Reaktionen eher kontraproduktiv sind und misstrauisch machen. Hier war es geschickt, seine Sichtweise einzufügen, damit man ihn besser versteht.
Doch auch die anderen Charaktere brauchen sich nicht zu verstecken. Sie alles besitzen erstaunlich viele Eigenheiten und teilweise Tiefgang, sodass sie weder blass noch farblos erschienen.
Die Geschichte war für mich ein kleines Highlight, weil ich vieles nicht kommen sah. Auch die Darstellung der Zuneigung zwischen Raven und Emory hat mir gefallen, obwohl sie teilweise etwas zu schnell vonstattenging. Trotzdem war sie erstaunlicherweise glaubwürdig, weil beide Figuren gut miteinander harmonieren.
Der Ausflug in die High Society war unterhaltsam, allerdings ohne platt zu wirken. Mit ausreichend Geld kann man sich nicht alles kaufen.
Das Ende wiederum hat mich etwas unbefriedigt zurückgelassen, denn die weiteren Teile umfassen in erster Linie die Brüder von Emery sowie Charaktere, die schon in Band eins vorgekommen sind. Dabei wurden meines Erachtens nach nicht alle losen Fäden zwischen Raven und Emory verknüpft. Ich kann nur hoffen, dass in der Fortsetzung darauf noch einmal eingegangen wird. Hier sei auch erwähnt, dass die Reihe in der richtigen Reihenfolge gelesen werden sollte. Immerhin beinhaltet es eine Geschichte in der Geschichte.
Zudem möchte ich die Triggerwarnung nicht unberücksichtigt lassen. Sie könnte für den ein oder anderen wichtig sein.
Fazit
Obwohl meine Erwartungshaltung nicht allzu hoch war, wurde ich komplett mitgerissen. Darkmore Dynasty Fragile Secrets ist vielschichtig, emotional, intensiv und überraschend. Die Protagonisten überzeugen und die Handlung begeistert.
Lasst euch in die High Society entführen. Eine Schlangengrube aus Macht, Reichtum und Schönheit, wo die eigene Maske das Überleben sichert.
Ich vergebe viereinhalb Sterne, die ich auf knappe fünf aufrunde, sowie eine absolute Leseempfehlung.