In Prada - Sie träumte von Mode und fand die Liebe erzählt Susanne von Berg die Geschichte der jungen Schneiderin Sophia, die 1913 aus einem Bergdorf nach Mailand reist, um ihren Traum von einer Karriere in der Modewelt zu verwirklichen. Dort findet sie Arbeit bei den Brüdern Mario und Martino Prada und trägt mit ihren Entwürfen dazu bei, dass sich das kleine Lederwarengeschäft zunehmend einen Namen macht.
Besonders gefallen hat mir die atmosphärische Darstellung des historischen Mailands und der gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Arm und Reich, Adel und einfacher Bevölkerung. Das Buch liest sich sehr flüssig und hat mich von Anfang an gefesselt ich habe es fast in einem Rutsch gelesen.
Auch wenn manche Entwicklungen etwas glatt wirken und vieles erstaunlich gut für Sophia läuft, macht genau das einen Teil des Reizes des Romans aus. Prada liest sich stellenweise wie ein Wohlfühlroman, der dazu einlädt, einfach in die Geschichte einzutauchen und sich von ihr mitnehmen zu lassen.
Da der Roman nur teilweise auf tatsächlichen Ereignissen basiert, hätte ich mir ein kurzes Nachwort gewünscht, das etwas genauer darauf eingeht, welche Elemente historisch belegt und welche fiktional sind. Darüber konnte ich letztlich aber gut hinwegsehen, weil mich die Geschichte insgesamt sehr gut unterhalten hat.
Wer historische Unterhaltungsromane mit Mode, Liebe und einer starken Hauptfigur mag, wird mit Prada schöne Lesestunden verbringen.