Ich habe "Summer Heat Nicht alle werden überleben" von Solveig-Marie Kastner in der ungekürzter Hörbuchthrillerfassung mit einer Laufzeit von rund 14 Stunden und 12 Minuten gehört. Gesprochen wird er von Lisa Cardinale, Martin Krah und Nina-Zofia Amerschläger.
Zur Story
Die Ausgangssituation hat eigentlich alles, was ein sommerlicher Mystery-Thriller braucht: Mia und Yanis arbeiten für eine Saison im exklusiven Platô Beach Resort an der Algarve. Zwischen Partys, Strand und luxuriösem Urlaub entsteht eine romantische Beziehung. Doch bald wird klar, dass beide nicht mit offenen Karten spielen. Als schließlich eine Leiche in der Bucht auftaucht, wird aus dem Urlaubstraum ein Spiel aus Misstrauen und Geheimnissen.
Meine Meinung
Das Problem: Die Geschichte wollte für mich einfach nicht aufgehen. Ich kann bei den konkreten Kritikpunkten kaum ins Detail gehen, ohne zu spoilern. Was ich aber sagen kann: Für mich waren sowohl die Handlungen als auch die Motivationen der Figuren an vielen Stellen nicht nachvollziehbar. Besonders bei der Protagonistin konnte ich manche Entscheidungen überhaupt nicht verstehen. Auch wie sich die verschiedenen Handlungsstränge entwickeln und wie die Figuren aufeinander reagieren, wirkte auf mich zunehmend konstruiert.
Und genau das hat mir die Geschichte kaputtgemacht. Denn die Grundidee fand ich durchaus spannend. Ein abgeschiedenes Luxusresort, Menschen mit Geheimnissen, eine zunehmend bedrückende Atmosphäre und die Frage, wem man eigentlich noch trauen kann; daraus hätte ein richtig guter Sommerthriller werden können. Stattdessen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass die Handlung unbedingt bestimmte Wendungen erreichen möchte und die Figuren dafür entsprechend handeln müssen. Dadurch wirkte vieles für mich nicht organisch, sondern konstruiert.
Die Atmosphäre eines exklusiven Resorts ist zwar vorhanden, aber für mich passten Klappentext, Versprechen und tatsächliche Geschichte nicht so richtig zusammen. Gerade deshalb fand ich es schade, weil mich die Beschreibung ursprünglich ziemlich neugierig gemacht hatte.
Trotzdem habe ich das Hörbuch bis zum Ende gehört. Und das ist wahrscheinlich der größte Widerspruch meiner Rezension: So schlecht ich vieles fand, eine gewisse Spannung war trotzdem da. Ich wollte irgendwann einfach wissen, wie die Geschichte ausgeht. Das Hörbuch hat mich also zumindest neugierig genug gehalten, um dranzubleiben.
Auch die drei Sprecher:innen haben ihre Sache ordentlich gemacht. Die Vertonung selbst war für mich allerdings nicht der Grund, warum ich weitergehört habe; das war tatsächlich die Frage, wie dieser ziemlich wilde Plot am Ende aufgelöst wird.
Fazit
Für mich bleibt vor allem ein Gefühl von verschenktem Potenzial. "Summer Heat" hat eine spannende Ausgangsidee und das perfekte Setting für einen sommerlichen Thriller. Die Figuren, ihre Motivationen und die Entwicklung der Handlung waren für mich jedoch so konstruiert und teilweise unlogisch, dass ich mich immer wieder über die Geschichte statt mit ihr beschäftigt habe. Ein zweites Buch von Solveig-Marie Kastner würde ich vermutlich nicht lesen oder hören. Danke an netgalley.de und den Hörbuch Hamburg Verlag für das Rezensionsexemplar.