Der kanadische Schriftsteller Perry Chafe schafft es mit seinem Roman Sommer auf Perigo Island die Gefühle in Wallung zu bringen, Erinnerungen an die eigene Jugend zu wecken und damit eine riesige Leselust zu entfachen, die bei mir den steten Wunsch nach mehr davon auslöste. Der lebhafte und lebendige Schreibstil entfaltet eine Sogwirkung, immer tiefer in eine Welt einzutauchen, die ebenso fremd wie vertraut erscheint, die mich herzhaft hat lachen lassen, nachdenklich stimmte und traurig machen konnte.
Der zwölfjährige Pierce erzählt wie er den Sommer gemeinsam mit seinen gleichaltrigen Freunden Thomas, Bennie und Bennies Cousine Emily verbringt. Auf Perigo Island, einer kleinen Insel Neufundlands, leben die Menschen schon so lange sie denken können vom Fischfang. Es ist ein hartes, entbehrungsreiches Dasein, was sie führen. Die Gefahr nicht wieder nach Hause zu kehren, begleitet die Fischer bei jeder Fahrt hinaus auf die wilde, raue See. Pierce lebt mit dieser schmerzlichen Erfahrung, weiß was Verlust und unendliche Einsamkeit im Herzen bedeuten. Als seine Freundin Anna eines Tages als vermisst gilt, macht er sich gemeinsam mit seinen Freunden auf die Suche nach ihr. Dabei lernen sie den Meeresbiologen Salomon näher kennen und erfahren wie die Natur um sie herum im Wandel begriffen ist, welche Auswirkungen das auf ihr Leben haben wird.
Die Geschichte zeigt wie die Teenager erste Gefühle für das andere Geschlecht entwickeln, wie sie denken, welche Kämpfe sie untereinander austragen, welche Sorgen sie sich machen, wie liebevoll fürsorglich sie miteinander umgehen und in welche Gefahren sie sich völlig unbedarft begeben. Es ist ein Sommer voller Abenteuer, tiefgreifender Erkenntnisse, zarter Empfindungen und das Erkennen von Verantwortung.