Cover & Klappentext
Das Cover ist, obwohl es recht hell gestaltet wurde, ein Eyecatcher. Und auch auf den zweiten Blick mag es zu überzeugen, bedingt durch die Details und die Schriftart.
Der Klappentext wiederum spricht für sich selbst. Für griechische Mythologie kann ich mich immer begeistern. Zwar gibt es schon Geschichten zu Medusa, aber sie wird nach wie vor verkannt.
Julia Holz gibt hier ihr Debüt mit einer anspruchsvollen Figur aus der griechischen Mythologie, die eher Opfer denn Monster ist.
Meinung
Aus der Sicht von Isla/Medusa wird man durch das Geschehen geführt, wobei die Autorin einen angenehmen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart nutzt. Das hat mir sehr gut gefallen.
Es gibt in meinen Augen eindeutige Unterschiede zwischen Medusa und Isla, auch wenn sie ein und dieselbe Person sind. Dennoch verändern einschneidende Erlebnisse, gerade in ihrem Fall. Mit Medusa fühlte ich mich schnell verbunden, im Gegensatz zu Isla. Aufgrund ihrer prägenden Traumata hat Isla mit vielen Ängsten zu kämpfen. Sie ist immer auf der Flucht, traut sich kaum aus dem Haus und ist dementsprechend sehr misstrauisch. Ihre beste Freundin Thea und ihr Beschützer sind ihre einzigen Begleiter.
Bis hierhin hat mir die Idee sehr zugesagt. Leider war mir die Weiterentwicklung von Isla, die vonstattengehen musste, um die Story voranzubringen und andere Charaktere zu integrieren, zu abrupt und damit weniger glaubwürdig. Ihre tiefsitzende Angst, die an Panik grenzt, kann meines Erachtens nach nicht so schnell überwunden beziehungsweise beherrscht werden. Und das zieht sich durch die gesamte Geschichte.
Entschädigt haben mich die diversen Charaktere, die recht vielschichtig sind, und die diversen Twists, die mich teilweise überrascht haben.
Islas Integration in die Clique wurde langsam und zurückhaltend beschrieben, immer unterbrochen von Unsicherheiten. Also im Prinzip genau so, wie ich es mir mit ihrer ganzen Weiterentwicklung gewünscht hätte.
Der Schreibstil besticht durch schöne Momente, weist jedoch auch noch einige Schwächen auf, die aufgrund des vorhandenen Potenzials schnell abgeschliffen werden dürften. Die Wortwahl passt zur Story und auch das Tempo variiert entsprechend.
Der Autorin ist es gelungen, die Hintergründe von Medusa in die Gegenwart zu rücken, verkörpert von einer jungen Frau, die mit der ursprünglichen Medusa, bis auf den Fluch, nicht mehr viel gemeinsam hat. Dadurch verschiebt sich die reine Mythologie in den Hintergrund und bringt Alltagsprobleme nach vorne. Dieser Punkt wurde beeindruckend dargestellt und sensibel erzählt.
Die Zuneigung, die zwischen Isla und Adrian entsteht, überzeugt durch diverse Widerstände, Unentschlossenheit und Misstrauen, worüber sich die Liebe erhebt, ohne ein permanentes Hin und Her, was den Leser gefühlt wiederholt zurückwirft.
Der erste Band der Trilogie konnte ich mich unterhalten, weil die Autorin geschickt zwei Welten miteinander kombiniert hat. Gerade der Verlauf hat mich immer weiter in die Geschichte gesogen, sodass ich sie kaum noch aus der Hand legen konnte. Deshalb bin ich gespannt, wie es weitergeht.
Fazit
Mit ihrem Romantasy-Debüt über Medusa hat die Autorin eine schöne, gefühlsbetonte Story geschaffen, die durch Sensibilität und Spannung punktet. Das Springen zwischen den Zeiten stört keineswegs, im Gegenteil. Damit wird Verständnis und Authentizität erhöht.
Leider brauchte ich sehr lange, um mit Isla warm zu werden, bedingt durch ihre plötzliche Entwicklung, die ich nicht greifen konnte. Das hat der Geschichte, meiner Meinung nach, extrem geschadet. Deshalb vergebe ich drei von fünf Sternen und hoffe, dass Band zwei mich diesbezüglich mehr überzeugen kann.