Als ich Warum ich das Leben liebe zum ersten Mal in den Händen halte, bin ich überrascht und begeistert zugleich. Die gebundene Ausgabe ist superwertig mit ihren angenehm dicken Seiten. Da alles komplett illustriert ist und dunkle, warme Erdtöne sowie viel Grün dominieren, entsteht beim Anschauen sofort eine Wohlfühlatmosphäre mit nostalgischem Touch. Ich mag Mr. Skelly und feiere die Umsetzung, dass wir unter der Haut alle gleich sind. Durch seine Aktivitäten wirkt er unheimlich menschlich und verbindet Leben und Tod, was im Buch untrennbar zusammengehört. Für mich ist Mr. Skelly wie eine Leinwand, die menschliche Gefühle wie Trauer, Einsamkeit, Liebe und Freude direkt an mich transportiert. Das verleiht ihm eine faszinierende Lebendigkeit und Nähe. Auch visuell hebt er sich durch sein helles Weiß stark vom Hintergrund ab und wird sofort zum Mittelpunkt jeder Szene. Er verkörpert die pure Achtsamkeit, indem er ganz im Augenblick lebt.
Ein roter Faden fehlt, doch stattdessen lädt mich das Buch mit seinen vielen kleinen Momentaufnahmen zum Treibenlassen ein. Mr. Skelly entdeckt die Welt mit Freunden, seiner Familie oder allein. Ich liebe es, auf den einzelnen Seiten zu bleiben und die wunderschönen Zeichnungen zu betrachten. Ich blättere von vorne nach hinten durch und lasse mir bewusst viel Zeit. Das Werk holt mich genau an dem Punkt ab, wo ich emotional gerade stehe. Ich denke, dass es immer wieder anders auf mich wirken wird, je nach meiner eigenen Verfassung. Dadurch spendet es im jeweiligen Augenblick genau das, was ich vielleicht brauche: Hoffnung, Zuversicht oder Trost.
Die einseitigen Essays sind schlicht formuliert, was den Worten viel Tiefe und Gelassenheit verleiht. Christian Watson schreibt unaufgeregt über ernste Themen wie Trauer, Scheitern und Vergänglichkeit. Indem er sie in den normalen Kreislauf des Lebens einbettet, verströmen seine Worte eine Zuversicht, die mich berührt, ohne mich herunterzuziehen.
Das Setting wechselt wunderschön zwischen Naturlandschaften und Alltagssituationen, am liebsten sehe ich Mr. Skelly natürlich mit einem Buch in der Hand. Neben den Essays gibt es direkt bei den Bildern vergilbte Notizzettel mit kurzen Gedanken, die wunderbar zu den Texten passen. Besonders schön finde ich diese kleine Erinnerung: »Du kannst der süßeste Apfel am Baum sein, manche Leute mögen einfach keine Äpfel.« Ich selbst entscheide, welche Bedeutung ich dieser Botschaft beimesse. Für mich ist es ein Buch, das ich immer wieder zur Hand nehmen kann, weil es mich entschleunigt und mir zeigt, wie wertvoll die kleinen Momente im Leben sind.
Fazit:
Warum ich das Leben liebe ist ein wunderschönes Wohlfühlbuch, das mich tief berührt zurücklässt und das ich wärmstens weiterempfehlen kann.