Ich kenne sowohl das Buch von Daphne du Maurier als auch den Film von Alfred Hitchcock . Deshalb war meine Neugierde auf das Buch sofort geweckt. Ich gebe zu, ich war skeptisch, ob mich das Buch genauso fesseln würde. Und ja, die Geschichte hat mich gefangen genommen. Dabei ist sie kein bloßer Abklatsch, sondern völlig anders.
Erzählt wird das Geschehen auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart beherrscht Fiona die Handlung. Fiona zieht mit ihrem Ehemann , dem Erben von Buchan Manor und Nachfahre von Angus Campell, in das Haus . Von Anfang an fühlt sie sich beobachtet, hört Geräusche, glaubt Lichter zu sehen. Ihr Umfeld tut das aber mit ihren überreizten Nerven nach einem traumatischen Überfall auf sie ab. Durch Zufall stößt Fiona auf einen alten Zeitungsartikel, der das Verschwinden von Rebecca, einer früheren Bewohnerin des Schlosses zum Thema hat. Sie beginnt , Nachforschungen anzustellen, die grauenvolles zu Tage bringen. Das führt zum zweiten Handlungsstrang, der im Wechsel zu Fiona, Maisies spannende Geschichte erzählt. Maisies Schicksal hat mich stark berührt. Die junge Maisie lebt mit Mutter und Geschwistern in Aberdeen im Jahr 1917 in großer Armut. Verzweifelt sucht sie , Geld zu verdienen , um eine dringend benötigte Behandlung ihrer kranken Schwester zu bezahlen. Da trifft sie auf Baron Angus Campell, Earl of Buchan Manor. Was zuerst wie ein seltener Glücksfall erscheint, wird immer mehr zum Alptraum. Mysteriöse Todesfälle häufen sich im Umfeld des Schlosses und Maisie fürchtet um ihr Leben. Maisie hatte mein ganzes Mitgefühl. Sie war völlig schuld-und schutzlos in eine ausweglose Situation geraten und niemanden hat es gekümmert.
Gut beschrieben war die unheimliche Stimmung im Schloss, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Wer kennt das nicht, wenn man nachts wach im Bett liegt und Geräusche hört, die man nicht zuordnen kann, sogar glaubt jemand sei im Raum. Fiona hat mich beeindruckt, weil sie auch gegen den Willen ihres Mannes nach der Wahrheit sucht , wohlwissend, dass sie schmerzhaft sein könnte. Dass es so furchtbare Geheimnisse sind, damit habe ich nicht gerechnet. Die Herleitung war für mich auf jeden Fall vollkommen überzeugend und realistisch. Mich hat der Thriller komplett überzeugt und schaurig schön unterhalten. Definitiv nicht mein letztes Buch der Autorin.