Ich bin absoluter Fan der Krimireihe aus Kent von Susanne Arnold. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass ich auch Band 5 wieder lesen durfte - Das Gelb der Sonnenblumen.
Cover und Titel haben durch die gesamte Reihe Wiedererkennungswert. Farben und Blumen sind in jedem Titel enthalten. in diesem Fall sind es Sonnenblumen, die man auf dem Cover in großer Zahl vor einem alten Herrenhaus sieht. Klar, dass hier die Farbe Gelb dominiert. Mir persönlich gefallen die Cover so gut, dass ich die Bücher in der Buchhandlung auf jeden Fall in die Hand genommen hätte, um den Klappentext zu lesen. Somit haben die Cover zumindest bei mir ihren Zweck absolut erfüllt.
Protagonistinnen aller Bände dieser Cosy Crime-Reihe sind die älteren englischen Ladys Elisabeth und Margret, die zusammen eine kleine WG bilden. Elisabeth ist leicht korpulent und etwas behäbig, aber unglaublich liebenswert. Margret ist agil, zielstrebig und hat einen messerscharfen Verstand. Wenn sie sich in eine Idee verbeißt, verbringt sie Stunden auf dem Boden, um ihre Theorien auf der Rückseite einer Tapete darzulegen. Auch wenn ihre Kritzeleien niemand anderem etwas sagen, so hilft ihr das doch, Klarheit zu bekommen und alle Fakten quasi auf die Tapete zu legen. Elisabeth kommt da nicht mit, aber das macht auch nichts, denn sie hat wahrhaft andere Qualitäten.
Band 5 spielt ausnahmsweise nicht im dörflichen Umfeld des kleinen Dörfchens Rosefield in Kent, sondern in St. Ives. Elisabeth hat sich nach Urlaub gesehnt. Margret ist nicht auf die subtilen Hinweise Elisabeths eingegangen, bis der Pfarrer sie bitte, ihn nach St. Ives zu begleiten. Er möchte den letzten Wunsch eines verstorbenen Freundes erfüllen und dessen gestohlenen Juwelen suchen.
Margrets kriminalistische Spürnase beginnt sofort zu jucken und sie stimmt dem Urlaub zu. Die Tapete muss natürlich mit in den Koffer, man muss schließlich für alle kriminalistischen Fälle gerüstet sein. Und es wundert nicht, dass im Urlaubsort schnell ein Mord geschieht. Während Margret voller Elan und Elisabeth verärgert mit den Ermittlungen beginnen, hat der Pfarrer nur Augen für die Haushälterin seines verstorbenen Freundes. Doch Margret wäre nicht Margret, wenn sie nicht mit allen Mitteln versuchen würde, den Mörder zu finden und den Fall aufzuklären.
Susanne Arnold hat es wieder einmal geschafft, mich mit ihrem wundervollen Schreibstil und den subtil gestreuten Hinweisen sofort abzuholen. Margret und Elisabeth im Urlaub zu erleben, gab der Geschichte noch einmal einen besonderen Reiz. Die leicht versnobte englische Sprache der absolut liebenswerten älteren englischen Damen hatte ich quasi sofort wieder im Ohr. Wie Elisabeth kam auch ich den Gedanken und der Kombinationsgabe von Margret kaum hinterher. Sie war mir quasi immer einen Schritt voraus, so dass ich wunderbar miträtseln konnte, was da eigentlich vor sich geht. Es gab viele Fragen, die sich zum Ende der Geschichte wunderbar aufgelöst haben. Alle Fäden sind zusammengelaufen und haben die Lösung des Falls sehr glaubhaft wirken lassen. Bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, wer der Mörder ist. Das macht die Geschichten so überraschend. Ich gebe auch Band 5 der Reihe volle 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung an alle, die Cosy Crime mögen.