Freiheit für die Waldwiesel von Stepha Quitterer, mit eindrucksvollen Bildern von Barbara Jung, startet ohne Umschweife und genau das ist Programm. Schon auf den ersten Seiten wird man mitten ins Geschehen geworfen. Piet, ein neugieriges und mutiges Wiesel, träumt davon, heimlich am Großen Kletterwettbewerb teilzunehmen. Dieser Wunsch nach Freiheit und Anerkennung treibt ihn an, doch bald zeigt sich, dass hinter dem Wettbewerb mehr steckt, als zunächst vermutet: Statt Ruhm und Abenteuer wartet eine gefährliche Falle.
Besonders gefallen hat mir die Figur von Piets Schwester, der großen Cilli. Sie ist stark, klug und präsent, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Ihre Rolle gibt der Geschichte Halt und emotionale Tiefe, gerade dann, wenn das Tempo sehr hoch ist. Quitterer benutzt auffallend viele atemlose Begriffe und kurze, treibende Sätze. Dadurch fühlt man sich beim Lesen stellenweise gehetzt fast so, als würde man selbst durch den Wald rennen. Für erwachsene Leserinnen und Leser kann das anstrengend sein, doch ich kann mir gut vorstellen, dass genau dieser Sprachstil für die Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen ab etwa zehn Jahren sehr passend ist. Spannung, Bewegung und Dringlichkeit werden so direkt spürbar.
Das Buch umfasst rund 300 Seiten und ist im Gerstenberg Verlag erschienen. Trotz des Umfangs bleibt die Geschichte dynamisch, was auch an der gelungenen Auflockerung durch die Illustrationen von Barbara Jung liegt. Ihre Bilder fangen die Atmosphäre des Waldes, die Gefahr und das Abenteuer wunderbar ein und geben dem Text Raum zum Durchatmen.
Insgesamt ist Freiheit für die Waldwiesel ein rasantes Waldabenteuer über Mut, Zusammenhalt und den Wunsch nach Selbstbestimmung. Atemlos, manchmal fast zu schnell aber genau darin liegt für junge Leserinnen und Leser der besondere Reiz dieses Buches.