Tödlicher Beifall von Marsali Taylor ist der 5. Teil von Lynch & Macrae.
Cass Lynch nimmt zusammen mit Detective Inspector Gavin Macrae an einer Opergala teil, bei der auch ihre Mutter Eugènie als gefeierte Opernsängerin einen großen Auftritt hat. Danach lernt man die Truppe der Sänger kennen, die nun auf Tournee durch Schottland gehen. Gleichzeitig geht das Gerücht über einen großen Wikingerschatz auf der Insel herum, der beschützt werden muss.
Nach einem weiteren Auftritt der Operntruppe in einem alten Herrenhaus gibt es einen Todesfall. War es ein Unfall oder gar Mord? Denn unter den Künstlern ist nicht eitel Sonnenschein. Es gibt so einige Animositäten. Cass glaubt nicht an einen Unfall und da sie wegen des Wetters nicht nach Norwegen segeln kann, versucht sie, den Dingen auf die Spur zu kommen. Dabei kommt sie auch Schatzsuchern in die Quere und es gibt einen weiteren Toten.
Im ersten Teil des Buches geht es um übermäßig detailreiche Beschreibungen der Opernaufführung und der Mitglieder des Teams. Danach hauptsächlich um das Segeln und Chass Alltag auf ihrem Segelboot sowie über viele lokale und historische Geschichten, egal ob über Geister, Schatzsucher oder Wikinger. Das war zwar nicht völlig uninteressant, zog sich aber viel zu sehr in die Länge. Erst als auf der Insel die Schatzsuche beginnt und ein Mord geschieht, wird das Buch spannender. Aber auch während der Aufklärungsarbeit gibt es immer wieder viele Abschweifungen und die Handlung zog sich zäh dahin.
Die Charaktere sind authentisch beschrieben. Cass ist mit Leib und Seele Seglerin, wohnt auf ihrem Boot und nach ihrer bestandenen Prüfung zur Deckoffizierin will sie nach Norwegen segeln. Mit ihrem Detective Inspector Macrae gibt es eine vorsichtige Annäherung, die ich gut finde. Die beiden sind zwar völlig verschieden, passen aber trotzdem gut zusammen. Auch die Künstler sind ihrer mehr oder weniger ausgeprägten Extravaganz sehr gut dargestellt, wobei mir Cass Mutter Eugènie sehr sympathisch ist, sie ist bodenständig und hält die Truppe zusammen.
Der Schreibstil ist gut und zügig zu lesen. Auch das Cover passt prima zur rauen Gegend.