Der irische Fahnder Ian Murphy wusste lange nicht, dass er eine Tochter hat. Nun wollen sich die 15jährige Stella und er auf einem Roadtrip kennenlernen. Auf der Fähre von Holyhead nach Dublin taucht ein gesuchter Terrorist auf und einige Passagiere verlieren unter mysteriösen Umständen ihr Leben. Plötzlich tauchen riesige Schatten auf, die die Fähre eindeutig verfolgen, auf und die Fähre gerät in einen Sturm. Der Gegner, mit dem Murphy es nun aufnehmen muss, ist bedrohlicher, als alles, was er sich bisher vorstellen konnte.
Dieser Horrorthriller fordert den Leser ganz schön heraus. Wer aufmerksam das Cover betrachtet, ahnt vielleicht schon, dass es ordentlich trashig und splatterig werden wird. Das muss man mögen, klar, passt insgesamt aber ziemlich gut zur Story.
Man lernt einige der eintausend Personen auf dem Schiff nach und nach kennen und merkt bald, dass wenige wirklich sympathisch und nett sind. Ian, Stella und Kenzo mochte ich auf Anhieb und ich fühlte mich die ganze Zeit an ihrer Seite. Mitreißen kann die Story, selbst an den absurden oder abstrusen Stellen. Das Einbinden griechischer Mythologie bietet dem Autor viel Spielraum für seine und die Phantasie der Lesenden.
Die Story entwickelt sich rasch. Die Wendungen sind gut gemacht und sorgen für durchgehende Spannung. Die eine oder andere Sache hätte für meinen Geschmack stärker und besser ausgebaut werden müssen. Einige Dinge hätten mehr Erklärung verdient und auch gebraucht. Schade finde ich, dass das Lektorat seinen Job nur marginal gemacht hat. Es finden sich enorm viele Fehler, die hätten ausgemerzt werden müssen. Sie fallen stark auf und stören den Lesefluss zumindest bei mir enorm.
Und trotzdem gebe ich vier Sterne, denn ich wurde schon wirklich gut unterhalten. Selbst die Fragen, die für mich im Raum stehen geblieben sind, schmälern den Spaß nicht, den ich insgesamt hatte. Ganz so viel Gewalt hätte es, besonders am Ende, nicht unbedingt gebraucht. Ich kann aber nicht abstreiten, dass bei mir im Kopf echt ein Film ablief. Ich konnte mir die Action-Szenen im Stil der SchleFaZ-Filme problemlos vorstellen. Klingt böse, meine ich aber gar nicht so negativ! Sonst wären es ja auch keine vier Sterne geworden!