Schon die ersten Sätze des Prologs packen einen, dass man sich sofort in die Geschichte reingezogen fühlt und mitfühlt. Der Protagonist Sven Schütze kehrt zurück zum Fußballfeld seiner Kindheit, da, wo alles auch alles anfing! Meine Neugier war sofort so groß, dass ich einfach weiterlesen wollte. Der Autor ist ein Sprachgenie, denn er vermag es mit der Sprache zu spielen. Es ist manchmal wie ein Dribbeln, man weiß nicht, wohin es geht und ist dann überrascht, wo und wie die Handlung verläuft. Die Sprache ist facettenreich: warmherzig, sprachgewaltig, hat Tiefgang. Und nicht nur die Handlung allein ist bildhaft / lebendig erzählt. Zwischen den Zeilen findet man viele wichtige Botschaften, die den Leser nachdenklich machen und Weisheiten vermitteln. Und dies tut auch der Großvater von Sven Schütze, den ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Und da sieht / lernt man beim Lesen, wie toll es ist, wenn die Familie zu einem steht und einen hilft.
Sprüche wie: Du spielst mit deiner Seele, Junge. Und das ist alles was zählt. () Weil du das Spiel in dir hast zeigen, das in dem Jungen was Besonderes steckt.
Und Ratschläge vom Trainer wie: Das Spiel ist wie ein Schachbrett. Du musst immer zwei Züge vorausdenken verdeutlichen (in meinen Augen), dass ein Profi neben dem Ball-Gefühl auch noch eine Art Ball-Wissen haben muss.
Es macht Spaß, aber auch bedenklich zu lesen, was es für ein Kind schon bedeutet, eine sportliche Ausnahme zu sein. Wenn der Ball zum Haupt-Freund wird, dann müssen andere Mensch-Freundschaften leiden. Auch das wird am Anfang schon deutlich. Verzicht durch Pflicht.
Die Geschichte dieser Fußball-Laufbahn ist so anschaulich und authentisch, dass man meint, Teil der Geschichte zu sein. Man ist immer irgendwie am Rand und sieht zu oder ist mittendrin. Ich habe das ein oder andere Mal Gänsehaut bekommen, da mich die Erzählweise so berührt hat.
Als Kind war ich großer Fußball-Fan, doch irgendwann hat sich das gelegt.
Aber durch diesen Roman habe ich einen neuen Zugang zum Thema Fußball bzw. Profisport bekommen, der mich nachdenklich macht und einen achtsamen Blick auf das doch harte und auch in bestimmten Teilen entbehrungsreiche Leben bringt.
Das Cover finde ich sehr schön, der goldene Ball zwischen den Beinen - wohl auf dem Anstoß liegend - zeigt, dass es los geht. Ist alles Gold was glänzt?! Der Farbschnitt mit dem Ball im Netz zeigt, dass ein Tor gefallen ist. Passend zum Titel. Die Überschriften der Kapitel, die Zeitungsartikel-Überschriften imitieren, geben einzelnen Abschnitten eine besondere Realitäts-Nähe. Auch wenn die Geschichte erfunden ist, ist sie doch so lebensnah und wahr.
Super!
Ich glaube, die Fußball-WM 2026 werde ich mit anderen Augen sehen.
Dieser besondere Fußballroman hat es geschafft, dermaßen zu punkten, dass er zu (m)einem Lesehighlight geworden ist. Und es gab immer Verlängerung: Aus noch fünf Seiten lesen wurden zehn, so hat es mich immer gepackt. Danke!
Er - der Roman oder vielmehr Lars-Wilhelm Baumgarten - hat eine / die Goldmedaille verdient!