Zuerst mal das Positive: Das Buch ist schön groß und hochwertig produziert. Es enthält zahlreiche, sehr schöne Zeichnungen voller Charme, Witz und liebevoller Details. Es macht also viel Freude, das Buch einfach nur durchzublättern und in die kleine Wald- und Wiesenwelt voller sympathischer Charaktere einzutauchen.
Womit wir aber dann leider irgendwie so gar nichts anfangen konnten, war die Geschichte selbst. Fine wird damit vorgestellt, dass sie immer alles unter Kontrolle habe, dabei handelt das Buch eigentlich davon, dass sie eben gar nichts unter Kontrolle hat. Sie soll nämlich ein geheimes, wichtiges Fest organisieren, bei dem dann so einiges schief geht.
Fines Mutter hilft ihr, sich dafür fertig zu machen und sagt ihr, dass sie sich heute bestimmt verlieben würde - und zwar hoffentlich in eine der braven Nachbarsmäuse - das ist in der heutigen Zeit doch etwas befremdlich.
Die Eltern selbst begleiten Fine dann aber nicht einmal zu dem großen Fest - zu viel »Trubel« - obwohl es doch angeblich etwas so Besonderes ist. Fine fragt ihre Mutter direkt, ob sie nicht doch mitkomme, aber die lehnt ab - obwohl ihre Tochter die große Ehre hat, das Fest zu organisieren, obwohl, »für die Vorbereitungen jede Pfote gebraucht« wird, obwohl der Großvater (die älteste aller Mäuse) sehr wohl dabei ist, obwohl die Mutter ja damit rechnet, dass ihre Tochter heute ihren Zukünftigen kennenlernen wird?! Den Einstieg empfinde ich daher als sehr fragwürdig und auch konstruiert.
Grundbotschaften wie »Du musst nicht perfekt sein, gib einfach dein Bestes!« oder »Neu und unbekannt ist nicht automatisch schlecht.«, wie sie dann später in der Geschichte durchschimmern, sind natürlich schön, aber insgesamt für mich hier nicht gut umgesetzt. Schade, das Potential war da...