An Ursula Poznanskis Einzelbänden habe ich immer großen Spaß und nachdem mir Die Burg und Scandor beide sehr gut gefallen haben, war ich auf Das Signal natürlich sehr neugierig. Ich habe das Hörbuch gehabt und wurde durch Tessa Mittelstaedt als Stimme von Viola durch das Geschehen geleitet. Das war ein echtes Highlight, denn gerade im späteren Verlauf, nachdem es schon einige wichtige Wendungen gab, hat die Sprecherin ihrer Darstellung einiges mitgegeben, was mir gut gefallen hat. Das war dann sehr am echten Schauspielern und da habe ich an Hörbüchern den größten Spaß.
Was bei Das Signal irgendwann immer augenscheinlicher wurde, das ist der Umstand, dass das Buch mit den anderen beiden genannten Titeln wenig gemein hat und ja, das fand ich etwas schade. Ich verbinde Poznanski vor allem mit spannenden Themen, die Technik, KI etc. in den Blick nehmen. Einfach Szenarien, die man nicht so oft zu lesen bekommt und denen Poznanski dann echt etwas Interessantes und auch Informatives mitgibt. Bei Das Signal würde ich eher einschätzen, dass es mehr einem Trend auf dem Buchmarkt entspricht. Einem Trend, wo ich gerne lese, in dem Sinne war das Bedauern über das Thema verbunden mit der Neugier, wie Poznanski ein recht beliebtes Genre ausfüllt und es gestaltet.
Wir haben hier das Szenario einer hilflosen Frau, die eingeschränkt ist und die damit weniger Kontrolle über Bereiche ihres Lebens hat, als sie es gerne wollen würde. Sie wirkt damit wie ein Spielball, der sich aber herausgefordert sieht, für sich einzutreten. So eine Ausgangslage habe ich im Thrillergenre doch echt schon öfters gelesen und es gibt schon große Unterschiede, wie ich die letztliche Umsetzung dann finde. Poznanski liefert in meinen Augen ein mehr als solides Ergebnis ab. Denn für mich funktioniert Das Signal so gut, weil Viola als Protagonistin wirklich der Star der Geschichte ist. Sie wird zunächst durch das verlorene Bein so inszeniert, als müssten wir alle Mitleid mit ihr haben und das auch zurecht, aber Poznanski hat dann im weiteren Verlauf so viele Seiten zu ihr angeboten, dass ich einer extrem gut ausgearbeiteten Figur begegnet bin. Die wichtigste Wendung betraf dann auch sie selbst. Andere Wendungen habe ich etwas erahnen können, aber die zu ihr war schon echt aus dem Nichts und hat alles danach nochmal spannender gemacht.
Grundsätzlich hat die Autorin aber auch schon vor den Wendungen ein gutes Händchen für ihre Geschichte. All die seltsamen Dinge, die im Haushalt, mit der Pflegerin, mit Adam und weiteren Personen des Umfelds passieren, machen immer neugieriger. Ich wusste auch lange gar nicht, wohin Poznanski eigentlich will. KI habe ich lange immer noch als Protagonist aus dem Hintergrund für möglich gehalten. Das zeigt, dass es doch ein extrem gut aufgebautes Buch war, weil stetig der Lesefluss gesichert war. Poznanski ist es auch gelungen, gut dosiert Infos zu verteilen, sodass die Höhepunkte regelmäßig verteilt waren. Dementsprechend hat es die Anforderungen an einen Thriller durchweg erfüllt.
Fazit: Das Signal ist ein spannender Thriller von Ursula Poznanski, der zu Trends in dem Genre sehr gut passt und sich mit den Besten davon messen lassen kann. Auch wenn ich extrem schnell weggehört habe, aber eine gewisse Enttäuschung war dennoch da, denn ich finde Poznanski mit ihren typischen Themen spannender und lehrreicher, als wenn sie aktuelle Trends bedient.