Anton verliert eine Chance, auf die er fest gebaut hat. Doch die eigentliche Erschütterung kommt nicht von der Absage selbst, sondern von den Fragen, die dadurch plötzlich nicht mehr zu überhören sind. Als er gemeinsam mit seiner Tochter den Spuren einer längst vergangenen Liebe folgt, wird aus der Reise nach Irland mehr als nur die Suche nach einem Menschen aus der Vergangenheit.
Mich hat diese Geschichte vom ersten Moment an erwischt. Vielleicht, weil sie nichts beweisen will. Sie erzählt einfach von Menschen, die mit sich kämpfen, die Entscheidungen hinterfragen, die verletzt werden und andere verletzen. Und genau deshalb fühlt sich alles so nah an.
Anton, Emma, Katja, Jörg und die vielen anderen Figuren waren für mich keine Namen auf Papier. Mit jeder Seite wurden sie vertrauter. Ich habe mit ihnen gehofft, gezögert, mich geärgert und gefreut. Ihre Gedanken und Gefühle wirken nie wie etwas, das für eine Geschichte erfunden wurde. Sie haben die Widersprüchlichkeit und Unvollkommenheit echter Menschen. Was mich nicht losgelassen hat, war diese stille Ehrlichkeit. Das Buch spricht von Zeit, von verpassten Möglichkeiten, von Liebe, Familie und dem Älterwerden, ohne dabei große Antworten liefern zu wollen. Stattdessen wirft es Fragen auf, die man unweigerlich mitnimmt. Fragen darüber, wie man gelebt hat und wie man noch leben möchte. Antons Weg hat mich dabei am meisten berührt. Nicht weil er spektakulär ist, sondern weil er so nachvollziehbar wirkt. Seine Entscheidungen, seine Zweifel und die Erkenntnisse, zu denen er gelangt, haben mich immer wieder innehalten lassen.
Zwischen diesen Seiten steckt unglaublich viel Leben. Nicht das perfekte Leben, sondern das echte. Mit Brüchen, Umwegen und Momenten, die wehtun können. Genau deshalb hat mich die Geschichte emotional so mitgenommen. Nach dem Zuklappen war da nicht nur die Erinnerung an einen schönen Roman, sondern das Gefühl, etwas Wertvolles daraus für mich selbst mitgenommen zu haben. Ein Herzensbuch, das noch lange nachhallt.