Meinung:
Erster Satz: Zunächst: Es tut mir leid.
Das Cover hat mir gleich gefallen, es strahlt eine gewisse Eleganz aus, mit der Tasse darauf und im Hintergrund sieht man Briefe, Tintenflecke und eine Feder, denn das Schreiben spielt eine sehr wichtige Rolle in dem Buch.
Der Schreibstil der Autorin war wie immer sehr gut und einfach zu lesen. Geschrieben ist das Buch aus Sicht von Ran, wodurch man ihre Gedanken besser kennen lernt. Es liest sich so, als würde sie die Geschichte erzählen, was mir gut gefallen hat.
Zu Beginn lernt man Ran kennen, die ein einfaches Leben führt. Als ihr Vater auf ihrem Acker einen goldenen Mörser findet und den zum König bringt, will dieser den dazu passenden Stößel. Ran will sich das nicht gefallen lassen und schreibt einen wütenden Brief an den König um ihm zu sagen, dass er falsch liegt. Daraufhin wird sie als seine Beraterin eingestellt, allerdings glauben alle, dass sie ein Mann ist.
Ran mochte ich gerne. Ein sehr spannender Charakter, denn Ran ist sich selbst nicht sicher, ob sie sich als Frau oder Mann identifiziert, daher wurden immer wieder die Pronomen weggelassen, was ich nun auch versuchen werde. Ran liebt die Familie und widerspricht Laurent immer wieder, was sich sonst niemand im Land traut. Dennoch hält Ran auch an den eigenen Prinzipien fest und versteht erst spät, wieso Laurent so handelt, wie er es eben tut. Die Entwicklung, die Ran dadurch macht, fand ich wirklich gelungen.
Laurent war da ein andere Fall. Ich fand ihn meist eher komisch, sein Verhalten hat mir gar nicht gefallen und wie er mit Ran umgeht schon gar nicht. Seine Freundlichkeit wirkte oft aufgesetzt oder verspottend und ich wurde bis zum Ende gar nicht warm mit ihm. Er mag ein guter König sein, aber seinen Charakter mochte ich einfach gar nicht.
Die Handlung ist recht simple. Es geht um Ran, die Rolle als Berater und wie andere Leute Ran sehen. Außerdem gibts noch die Beziehung zu Laurent, der ebenfalls auf Männer als auch auf Frauen steht. Sehr divers und es wird auch nicht verheimlicht. Das Thema Akzeptant ist hier ein ganz großes Thema, daneben gibt es ein bisschen Liebe aber keine wirkliche Spannung. Ich habe vergeblich auf einen Höhepunkt gewartet, doch wenn man das Buch bis zum Ende liest wird klar, dass dies keine Abenteuergeschichte oder sonstiges sein will, sondern einfach ein Buch, in dem sich zwei Charaktere selbst finden.
Das mag nun vielleicht langweilig klingen, doch ich kam wirklich schnell durch die Geschichte. Ran tut sich schwer mit dem Sprechen und schreibt daher viel auf. Beim Schreiben kann Ran die eigenen Gedanken gut ordnen und ist wirklich wortgewandt, das hat mir gefallen. Auch, dass alle anderen Personen das einfach hingenommen haben, besonders Laurent, und Ran nie gedrängt haben, doch zu sprechen und nicht immer nur zu schreiben fand ich sehr schön. Die Briefe von den beiden haben mir immer gut gefallen, denn oftmals konnte sich Laurent verbal auch nicht korrekt ausdrücken, das ist ihm beim Schreiben ebenfalls leichter gefallen. Wenn man die Briefe las, spürte man regelrecht die Emotionen der Charaktere, was toll war.
Wie schon gesagt gibt es auch eine Liebesgeschichte, diese steht aber sehr lange nicht im Vordergrund und entwickelt sich langsam. Den Konflikt, dass Laurent ein König ist und nicht jede beliebige Person heiraten kann, sondern auch ein wenig an seine Reputation denken muss, fand ich gut dargestellt. Zwar tut Laurent immer wieder so, als wäre das alles kein großes Thema für ihn, doch besonders gegen Ende scheint seine verletzliche Seite immer mehr durch und er öffent sich Ran gegenüber. Was ich sehr gelungen fand war die Aussage, die das Buch vermittelt. Dass man lieben soll, wen man will und dass man sich so identifizieren soll, wie man sich gut fühlt. Das zeigen Ran und Laurent sehr gut und es gibt auch keinen Widerstand. Jeder nimmt die beiden so an, wie sie eben sind. Das ist in der Realität zwar nur eine Wunschvorstellung, aber im Buch war es super umgesetzt.
Gegen Ende gibt es dann auch noch ein bisschen Drama, nichts allzu Schlimmes, der Konflikt hat sich schon länger angebahnt und hat auch zum Rest des Buches gepasst. Wie damit umgegangen wurde und dieser aufgelöst wurde hat sich nahtlos eingefügt und ich mochte das Ende gerne.
Fazit:
Das Buch war anders als erwartet, aber dennoch sehr schön zu lesen. Obwohl ich Laurent bis zum Ende nicht mochte, hat es mit gut gefallen. Ein bisschen mehr Spannung oder Konflikt wäre noch gut gewesen, denn so plätschert die Handlung vor sich hin. Die Grundaussage des Buches wurde aber gut rüber gebracht und ich vergebe 4 Sterne.