The Lies That Summon the Night ist ein Auftaktband, der sofort neugierig macht. Schon das Cover fällt auf: kunstvoll und atmosphärisch und damit ein schöner Gegensatz zu der Welt im Roman, in der Kunst strengstens verboten ist.
Eine Geschichte, in der jede Form von Kunst als Gefahr gilt, ist mir bisher noch nicht begegnet, und gerade dieser ungewöhnliche Ansatz hat mich sehr angesprochen.
Ich finde auch, dass Landkarten am Anfang oder Ende eines Fantasybuchs mir das Lesen erleichtern. Sie lassen die Welt deutlicher vor dem inneren Auge entstehen und machen sie dadurch greifbarer.
In der Geschichte bedeutet Kunst zu erschaffen zugleich zu lügen ein Gedanke, der der Handlung eine besondere Spannung verleiht. Wir begleiten Inana, die im Untergrund heimlich Geschichten erzählt und damit ein Leben führt, das jederzeit auffliegen könnte. Ihr Gegenpart ist Dominik, ein sogenannter Schattenjäger, der eigentlich genau solche Verstöße aufdecken soll. Zwischen beiden entsteht eine fragile, mitunter auch fesselnde Allianz, die den Roman trägt und ihm durchaus emotionale Tiefe verleiht. Allerdings hätte weniger Spice für mich völlig ausgereicht. Wenn es zu viel wird, verliert eine Liebesgeschichte für mich etwas von ihrer Glaubwürdigkeit, weil das Zwischenmenschliche dahinter verblasst.
Der erste Band verbindet eine originelle Idee mit einer düsteren Atmosphäre und zwei Figuren, deren Zusammenspiel mich schnell gefesselt hat. Ich freue mich darauf, wie sich ihre Beziehung und die verbotene Kunst in den kommenden Teilen der Trilogie hoffentlich weiter entfalten werden.