Percival Everett lesen ist, wie eine Geschenkpackung zu öffnen: man weiß nie was einen erwartet. Dieses Buch hat mir wieder richtig gut gefallen, auch wenn ich die Erzählung, mit den verschiedenen Einschüben von Monks diversen Ideen nicht immer so ansprechend fand. Ist aber mal eine andere Art zu erzählen und es fiel mir leicht, mich darauf einzulassen, weil es in den Kontext der Geschichte des erfolglosen, aber ambitionierten Autors passt, der sich unbedingt abseits der Konventionen beweisen will.
Ich war überrascht wie sogartig mich die Erzählung rund um Thelonious direkt von Anfang an gefangen nahm. Ich gebe zu zum Beispiel den Inhalt seines Vortrag übersprungen zu haben, weil ich damit inhaltlich nichts anfangen konnte. Da dieser Exkurs aber, wie seine Romanideen losgelöst von der Handlung steht, macht es nichts aus. Und auch seine sonstigen Romanideen lesen sich nicht unbedingt ansprechend, was natürlich wieder den Kern der Geschichte untermauert, dass er einfach nicht für die Massen und nicht kommerziell genug schreibt. Ich fand das übergreifende Thema rund die Arbeit als Autor, der Erwartungshaltung der Leserschaft und dessen, was als kommerziell erfolgreich gilt, interessant angelegt.
Ein genialer Kniff war für mich die Geschichte in der Geschichte. Und die ist, wenn auch sehr klischeehaft angelegt, echt packend, auch wenn Mona selbst das nicht unbedingt eingestehen will.
Es geht innerhalb der Story zwar viel um Thelonious Arbeit als Autor, trotzdem ist das Buch über weite Strecken auch einfach eine Familiengeschichte. Und Thelonious Familie hält einiges an Tragödien bereit, sodass der Leser eigentlich nie zur Ruhe kommt.. Zwischendurch bekommt man das Gefühlt die einzige Person bei Verstand ist die Haushälterin, die scheinbar noch gerade rechtzeitig den Absprung schafft.
Everett lesen ist für mich immer so ein kleines Erlebnis für sich. Die Geschichte hatte wieder einiges an Skurrilität, aber hat irgendwie auch einen Nerv getroffen. Fands gut, werde mir jetzt auch die Verfilmung ansehen.