Saskia Louis steht für mich für Nostalgie pur. Wenn man sich ihre Website anschaut, dann sieht man auch, wie unfassbar produktiv und vielseitig sie ist. Ich habe wahrlich nicht alles von ihr gelesen, aber ich mochte ihren Stil immer für den Humor. Ich habe sie da bei deutschen Autorinnen immer in einer Reihe mit Kerstin Gier und auch Kyra Groh gesehen. Und der Sommer ist perfekt für ihre Geschichten, leichter, immer lustig, aber auch immer sehr romantisch und zum Träumen. Deswegen war ich bei Written into my Heart auch sofort dabei.
Die Aufmachung des Buchs ist super. Auch wenn ich nicht unbedingt ein Fan von Rosa bin, aber die komplette Gestaltung ist sehr liebevoll und es passt letztlich auch zum Inhalt und vor allem zur Persönlichkeit von Stella. Sie ist ein sehr romantischer Mensch, sie ist extrem empathisch und sie liebt es, anderen zu helfen und somit Liebe zu verteilen. Ich mochte auch sehr gerne diese Anspielungen auf das Setting einer Zeitungsredaktion, indem hier mit New York Times gespielt wird, auch mit der richtigen Schriftart. Wenn so viele Details in einem Buch stecken, dann habe ich als Leserin auch gleich das Gefühl, dass es im Verlag echte Fans gab, die das Buch bestmöglich auf den Markt bringen wollten und das ist optisch auf jeden Fall erfüllt worden.
Kommen wir jetzt mal genauer zum Inhalt. Ich habe den Stil von Louis sofort wiedererkannt, denn dieses typische Banter kam sofort rüber und auch der Schreibstil passt dann herrlich. Denn gerade Stella als Protagonistin sagt alles, was sie im Kopf hat und das ist extrem amüsant. Rowan pendelt das alles dann aus, weil er deutlich ernster ist. Ich mochte die Momente, in denen er sich auf den Wahnsinn eingelassen hat, sehr, weil sie dann wirklich wie eine Waage waren. Er hat sie eingefangen und sie hat ihn seine Grenzen überschreiten lassen. Ich war in jedem Fall schnell von ihnen beiden als Paar eingefangen. Rowan hat zwar deutlich weniger Kapitel aus seiner Sicht, aber das war gerade am Anfang auch clever, um seine Gefühle für sie noch geheim zu halten. Und so funktionierten die Wortgefechte anfangs auch super, während es später viel ernstere und intensivere Gespräche gab, in denen sich dann endgültig gezeigt hat, wie gut die beiden sich tun, weil sie beieinander wirklich sie selbst sein können.
Ich mag es zwar sehr, dass immer mehr ernste und wichtige Themen auch in Liebesgeschichten behandelt werden, aber ich verstehe auch die, die es gar nicht mögen, weil ich ab und zu auch lieber viel mehr Leichtigkeit habe. So gesehen kam Written into my Heart genau richtig in mein Leben. Das heißt aber keinesfalls, dass es keinen Ernst in diesem Buch gab. Aber es war nicht so aufgebauscht. Es entstand alles auch sehr alltäglichen Momenten. Dass Stella ihre Eltern verloren hat, war nicht akut frisch und trotzdem hat es sie sehr geprägt und Rowan hat ihr und ihrem sozialen Umfeld geholfen, Schuldgefühle abzubauen. Er umgekehrt kommt aus einer sehr liebevollen Familie und trotzdem hat auch er Schuldgefühle, die für mich sehr nachvollziehbar dargestellt wurden. Es gab Konflikte, aber sie wurden immer sehr herzenswarm wieder aufgelöst und das hat mich immer wieder berührt.
Kritikpunkte habe ich dennoch und das wäre für mich zuerst, dass ich manche Dialogpassagen zu wiederholend fand. Die Beziehung von Stella und Rowan lebte von Ehrlichkeit und das fand ich auch sehr wichtig, aber gleichzeitig dachte ich mehrfach, dass Rowan gewisse Eigenschaften doch schon Stella bei sich offengelegt hatte und trotzdem haben sie nochmal und nochmal drüber geredet. Es ist zwar realistisch, dass man sich nicht sofort anpasst und Vergangenes loslässt, aber für so ein Buch von 400 Seiten war mir das zu geballt. Dann fand ich noch schade, dass der Redaktionsalltag nicht noch etwas präsenter eingebunden wurde. Exfreund Bryan hat für mich eine zu große Rolle eingenommen, dabei hätte man das zentrale Paar mehr auf gemeinsame Aufträge innerhalb von Sunset Cove schicken können, um selbst die Stadt lieben zu lernen, aber auch Rowan mit der Stadt vertrauter zu machen. Aber das sind zwei Aspekte, die mich nicht immens gestört haben.
Fazit: Written into my Heart hat mich problemlos an andere schöne Sommermomente mit Saskia Louis erinnert, weil sie einfach schöne und humorvolle Liebesgeschichten schreibt. Mit Stella und Rowan stimmte auch schnell alles und ich bin durch die Geschichte geflogen. Es gab Kritikpunkte, aber das ändert nichts an meiner warmen Empfehlung für diese Autorin und ihren neuen Reihenauftakt.