Mit Der Abgrund vor uns legt Anke Schläger einen intensiven und atmosphärischen dritten Fall für Ermittlerin Lisa Heynrich vor. Schon nach wenigen Seiten war ich sofort in der Geschichte gefangen. Der Fall entwickelt sich langsam, aber sehr geschickt, sodass man gemeinsam mit der Mordkommission lange im Dunkeln tappt. Genau dieses Miträtseln macht den besonderen Reiz des Buches aus.
Besonders gut gefällt mir das Berliner Flair, das der Geschichte eine lebendige und glaubwürdige Atmosphäre verleiht. Gleichzeitig spürt man in der Mordkommission eine gewisse Umbruchstimmung. Lisa Heynrich wirkt dabei wie eine starke und überzeugende Chefin, die ihr Team zusammenhält, während der Fall immer komplexer wird.
Sehr interessant fand ich auch die Perspektivwechsel, vor allem die Einblicke in die Vergangenheit des Täters. Diese führen unter anderem nach Ludwigshafen und geben der Geschichte eine zusätzliche Ebene. Für mich war das besonders spannend, weil reale Orte und sogar die BASF erwähnt werden, was dem Ganzen eine authentische Note gibt. Auch die technischen Hintergründe rund um Informatik, Software und deren frühe Entwicklungen sind verständlich und gut in die Handlung eingebunden.
Zum Ende hin steigert sich die Spannung noch einmal deutlich. Die Ereignisse überschlagen sich, und der Showdown sorgt für echte Gänsehaut und atemlose Momente. Besonders gelungen fand ich, dass die Auflösung überraschend bleibt und nicht leicht vorhersehbar ist. Genau so sollte ein guter Krimi sein.
Insgesamt ist Der Abgrund vor uns ein anspruchsvoller, spannender und sehr gut konstruierter Kriminalroman, der mich bestens unterhalten hat für mich definitiv spannender als jede abendliche Fernsehunterhaltung. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen und freue mich jetzt schon sehr auf den nächsten Fall mit Lisa Heynrich.