Dieser Band enthält folgende Krimis:
Commissaire Marquanteur und die Herren von Marseille
Commissaire Marquanteur und das Syndikat der Unsichtbaren.
Die Stille nach einem abgeschlossenen Fall hatte etwas Trügerisches. Sie war keine Leere, sondern ein gespanntes Innehalten, als würde die Stadt den Atem anhalten, bevor sie zum nächsten Schlag ausholte. In diesen kurzen, kostbaren Momenten der Ruhe fühlte sich die Arbeit von Commissaire Pierre Marquanteur fast normal an, reduziert auf den Papierkram, der sich auf seinem Schreibtisch türmte wie eine geologische Schicht aus menschlichem Versagen. Jeder Bericht, jedes Protokoll war ein Grabstein für eine Geschichte, die er lieber nicht gekannt hätte.
François Leroc ließ sich mit einem Stöhnen, das die Belastbarkeit seines Bürostuhls auf eine harte Probe stellte, in selbigen fallen. Er balancierte zwei dampfende Pappbecher und eine Papiertüte, aus der der verlockende Duft von warmem Gebäck strömte.
»Wenn der Verwaltungsapparat eine Waffe wäre, Pierre, wären wir die am langsamsten sterbenden Opfer der Kriminalgeschichte«, brummte er und schob einen der Becher über den Tisch. »Hier. Lebenselixier. Und ein Pain au Chocolat, das so frisch ist, dass es wahrscheinlich noch glaubt, es wäre in Paris. «
Marquanteur nahm den Kaffee dankbar entgegen. Der Duft war eine willkommene Invasion in der sterilen Luft des Büros, die nach altem Papier und dem schwachen, metallischen Geruch von Stress roch. »Danke, François. Manchmal glaube ich, du bist nur bei der FoPoCri, um die besten Bäckereien der Stadt als dein persönliches Revier zu deklarieren. «