Die 8-jährige Martha lebt mit ihren Eltern mitten im Wald. Florentine und Adam Ahorn führen eine Tierauffangstation und Martha liebt ihr Zuhause, die Natur und alles, was darin lebt. Entgegen ihrer Befürchtung versprechen die Sommerferien spannend zu werden, als ein fremdes Mädchen ein ebenso fremdes Kaninchen zur Betreuung abgibt.
Ich finde die Grundidee der Geschichte toll und auch etwas ungewöhnlich. Die Handlung konnte mich an vielen Stellen positiv überraschen. Sehr schön fand ich die zwischenmenschlichen Beziehungen der Hauptfiguren und den liebevollen Umgang miteinander.
Ein paar erzählerische Schwächen sind mir aufgefallen: Wiederholungen von bestimmten Wörtern und Formulierungen oder ganzen Sätzen, etwas holprige Sätze und bestimmte Fehler in der Erzählstruktur. Darüber lässt sich sicher leicht hinwegsehen, wenn man bedenkt, dass es sich um ein Buch für Kinder handelt und nicht alle Details genau hinterfragt werden müssen. Mich persönlich haben sie an einigen Stellen im Lesefluss gestört.
Der Umgang mit (wilden) Tieren ist ein wichtiges Thema in diesem Buch. Kindern sollte spätestens nach dem gemeinsamen Lesen bewusst gemacht werden, dass die Geschichte nicht die Realität abbildet. Eine Waldohreule ist ziemlich groß und kann äußerst schmerzhafte Verletzungen verursachen, wenn sie nicht gerade verzaubert ist. Man kann bei Kinderbüchern etwas weniger kritisch sein, was die Nähe zur Realität und deren Umsetzung angeht. Trotzdem sollte das Gelesene kritisch hinterfragt und besprochen werden.
Die Gestaltung des Buches mit vollfarbigen Illustrationen auf nahezu jeder Doppelseite hat mir ganz besonders gefallen. Sie passen zum Erzähltext und der Stil ist einfach wundervoll, wenn auch nicht vollständig realistisch.
Fazit: sehr niedliche Geschichte über Freundschaft, voller Magie, Tiere und Natur, die neugierig auf die Fortsetzung(en) macht. Dabei muss man über einige Schwächen hinwegsehen können.