
Spätestens seit den 1970er-Jahren hat sich in Deutschland eine hegemoniale Wissensordnung über den Islam etabliert, die Gewalt und Bedrohung betont. In der postmigrantischen Gesellschaft wird diese Deutungshoheit herausgefordert: Vereinseitigungen werden sichtbar und mehrheitsgesellschaftliche Sehgewohnheiten irritiert. Wie aber deuten die beteiligten Akteur*innen die neue Diskurskonstellation? In einer Verbindung postmigrantischer Gesellschaftsanalysen mit hegemonietheoretischen Ansätzen rekonstruiert Benedict Bazyar-Gudrich die Deutungen der Islamdiskurse durch diejenigen, die in ihnen als sprechend auftreten. Er zeigt den Islam als polarisiertes Diskursfeld, in dem »alte« und »neue« Akteur*innen intensiv um diskursive Hegemonie ringen.
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