Worum gehts:
Everlee und Cooper sind beste Freunde, seit sie fünf und er sieben Jahre alt ist. Quasi gemeinsam sind sie in Everlees chaotisch-liebevoller Familie im kleinen Oakfell aufgewachsen, teilen ihre Liebe zum Herbst und kennen einander besser als jeder andere. Geheimnisse voreinander? Eigentlich undenkbar. Schließlich teilen Lee und Coop alles miteinander. Oder etwa doch?
Meine Meinung:
Mit Oakfell Autumn Nights habe ich literarisch meine Herbstsaison eröffnet und dafür könnte die Geschichte von Mimi Heeger kaum passender sein. Denn wir landen mitten im bunten Oktober, zwischen raschelndem Herbstlaub, Kleinstadtgefühl und einer Freundschaft, die schon beinahe ein ganzes Leben lang besteht. Der Schreibstil liest sich angenehm leicht und flüssig und wir begleiten Lee und Coop sowohl damals als auch heute auf ihrem gemeinsamen und doch manchmal ziemlich unterschiedlichen Lebensweg.
Besonders gut gefallen hat mir dabei die Dynamik zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Durch die vielen Rückblicke erlebt man nicht nur einzelne Stationen im Leben der beiden mit, sondern kann auch wunderbar nachvollziehen, wie aus den Kindern von damals die Menschen geworden sind, die sie heute sind. Gerade Everlees chaotisch-liebevolle Familie mochte ich dabei unheimlich gerne. Gleichzeitig muss ich aber gestehen, dass ich mit den Protagonisten selbst nie ganz warm geworden bin. Hier hätte ich einfach gerne noch mehr erfahren über Lee und Coop, aber auch über die Menschen um sie herum.
Die Geschichte selbst ist im Grunde eine klassische Liebesgeschichte. Besonders spannend fand ich jedoch, wie sehr die Vergangenheit bis in die Gegenwart hineinwirkt und wie viele Missverständnisse daraus entstehen, dass beide Angst vor Zurückweisung haben oder davor, etwas Schönes zu verlieren. Manchmal möchte man die zwei zwar gerne an den Schultern packen und ihnen erklären, dass miteinander reden gelegentlich erstaunliche Probleme lösen kann aber gut, dann wäre das Buch vermutlich auch deutlich kürzer geworden.
Ich habe Oakfell Autumn Nights wirklich gerne gelesen. Die Geschichte stimmt wunderbar auf den Herbst ein, ist romantisch, leicht und einfach schön zum Wohlfühlen. Trotzdem hat mir am Ende dieses kleine bisschen mehr gefehlt, das aus einem schönen Buch für mich ein richtig tolles gemacht hätte. Mehr Oakfell, mehr Herbststimmung, mehr von Lees Familie und vor allem noch ein bisschen mehr Tiefe bei den einzelnen Charakteren hätte ich unheimlich gerne gehabt.
Denn die Entwicklung von Lee und Coop habe ich wirklich gerne verfolgt. Gerade zum Ende hin wird es noch einmal richtig emotional und zwischendurch gibt es immer wieder herrlich schöne Momente zum Schmunzeln beispielsweise, als Cooper das Haus plant. Ich glaube tatsächlich, ein paar Seiten mehr, ein paar zusätzliche familiäre Anekdoten und noch eine Extraportion Oakfell hätten die Geschichte für mich perfekt gemacht.
So bleibt es eine wunderschöne, herbstliche Wohlfühlromanze, bei der mir lediglich das letzte kleine bisschen gefehlt hat. Und ganz nebenbei ist das Buch mit seinem herbstlichen Buchschnitt auch optisch ein absoluter Hingucker. Meine Neugier auf die anderen Bücher der Autorin hat die Geschichte jedenfalls definitiv geweckt.
Fazit:
Mit Oakfell Autumn Nights schreibt Mimi Heeger eine leichte, romantische Herbstgeschichte über Freundschaft, Liebe und all die Gefühle, die man manchmal viel zu lange für sich behält. Ich mochte besonders die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart und hätte am liebsten noch viel mehr Zeit in Oakfell und mit seiner chaotisch-liebevollen Familie verbracht. Für mich hätte es von allem einfach noch ein kleines bisschen mehr sein dürfen mehr Herbst, mehr Familie und mehr Tiefe. Trotzdem ein wunderschönes Wohlfühlbuch für gemütliche Lesestunden, das definitiv Lust auf die kommende Herbstsaison macht.
4 herbstliche Sterne von mir.