Everlee und Cooper sind beste Freunde, seitdem er als Junge nebenan eingezogen ist und vor ihrem Gartenzaun stand. Die beiden haben über die Jahre so viele und besondere Erlebnisse und Traditionen gesammelt. "Wir gegen den Rest der Welt", wie Everlee immer sagt. Da Everlee zwei Jahre jünger ist, haben sie geplant, an welcher Uni sie gemeinsam studieren werden. Doch irgendwie kam alles anders und nun herrscht Funkstille. Weil Coopers Vater krank geworden ist, kehrt er nun nach vier Jahren zurück nach Oakfell.
Schon von Anfang an war ich emotional total eingenommen von der Geschichte. Sie wird aus den beiden Perspektiven geschildert und jedes Kapitel von Everlee und Cooper hat davon erzählt, wie sehr sie den bzw. die andere vermissen. Das hat mir direkt so weh getan, ich hätte fast auf den ersten Seiten schon geweint. Mimi Heeger schreibt so unfassbar gefühlvoll und emotionsgeladen. Man merkt einfach, dass Everlee und Cooper zusammengehören, dass sie ihr jeweiliger "Lieblingsmensch" sind, dass sie alles voneinander wissen und kennen und sich fallen lassen können - ob als beste Freunde oder vielleicht sogar als Paar. Auch die Kapitel, die aus ihrer Vergangenheit über eigene Traditionen und Erlebnisse erzählen, bestätigen das immer und immer mehr. Das liest sich alles so bittersweet - ich hab die gemeinsamen Momente von den beiden geliebt und es so traurig gefunden, wie sehr sie sich vermissen.
"Das erste Mal, seit ich wieder in der Heimat bin, fühlt es sich auch danach an. Ich bin da, wo ich immer sein wollte. Da, wo ich hingehöre. In ihren Armen bin ich zu Hause." S. 186
Das Herbstfeeling trägt auch dazu bei, dass man sich in der Geschichte so sehr wohl fühlt. In der letzten Oktoberwoche findet in Oakfell das Gründerfest statt, mit Marktständen, spaßigen Aktionen und gemeinsamen Essen. Das bunte Treiben hat mir genauso gefallen, wie Everlees Familie, die total chaotisch und eigen ist, aber auch total herzlich. Mimi Heegers kreative Ideen für die Dorfgemeinschaft und Everlees und Coopers Freundschaft haben mir besonders gut gefallen.
Die Auflösung des Konflikts im dritten Akt hat mich an die Seiten gefesselt und wieder sehr berührt. Ich hätte hier aber auch gerne die Gefühle der anderen Sichtweise gelesen, um wirklich hautnah die Entwicklung und Lösung zu erfahren, und nicht von der anderen Person von außen. Das Ende hat mir ganz gut gefallen und ich finde es immer noch traurig, dass ich die beiden gehen lassen musste.
Fazit:
"Oakfell Autumn Nights" ist mit dem gemütlichen und spaßigen Gründerfest in der letzten Oktoberwoche die perfekte Herbstlektüre. Aber vor allem sind Everlee und Cooper das Herz der Geschichte, die eine lange und tiefe Freundschaft verbindet. Die Autorin hat so viele besondere Erlebnisse wie buntes Herbstlaub in die Geschichte gestreut und die Beziehung der Protagonisten wärmt einen mehr als es jeder leckere heiße Tee kann. Das Buch ist definitiv ein Jahreshighlight und ich freu mich darauf nach Oakfell zurückzukehren.