"Blaues Feuer" von Michael Thode ist ein Wissenschaftsthriller, den ich als Hörbuch gehört habe. Eingelesen hat ihn Wolfgang Berger.
Dr. Kristina Sabo und ihr Kollege José Ruiz Fernandez haben eine nobelpreisverdächtige Entdeckung gemacht. Ein leuchtendes Bakterium, das den Energieverbrauch weltweit drastisch senken könnte. Nach einer Präsentation vor Geldgebern kommt es zu einem Unfall, bei dem José schwer verletzt wird. So muss sich Dr. Sabo allein auf ein Forschungsschiff in die Arktis begeben, In ihrer Begleitung Yorick Vard, ein Elitesoldat und Taucher, der mit zwei weiteren Soldaten die Sicherheit des Forschungsauftrags gewährleisten soll. Zur gleichen Zeit beginnt in Tromsö ein Segeltörn in die Arktis, an Bord das erfahrene Seglerehepaar Eric und Helena, begleitet von den Neulingen Skörle und Marc. Als ein Sturm aufzieht, gerät alles außer Kontrolle. Der Thriller beginnt mit einem Vorfall, der mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun hat und erst am Ende wieder an Bedeutung gewinnt. Er deutet darauf hin, dass dem Thriller noch eine Fortsetzung folgen wird.
Thode wirft uns gleich zu Beginn mitten ins Geschehen und wir können die Charaktere kennenlernen. Da sind die Wissenschaftler, die Crew der Yacht, die Crew auf dem Forschungsschiff Saturn und natürlich Yarick Vard und seine Kollegen. Der Thriller spielt an unterschiedlichen Schauplätzen, die Kapitel sind entsprechend gekennzeichnet. Beim Hören habe ich sehr schnell gemerkt, wer die Guten und wer die Bösen sind, was dem Thriller aber nicht geschadet hat. Da war eher die Frage, ob die Bösen ihre gerechte Strafe bekommen und falls ja wie. Die Charaktere sind gut beschrieben und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen, auch wenn ich manche Handlungen nicht so ganz nachvollziehen konnte. Als absolute Neulinge begeben sich Skörle und Marc auf einen Törn ausgerechnet in die Arktis? Mir waren die beiden zu naiv und gutgläubig... Und Yarick? Ein mir nicht besonders sympathischer Zeitgenosse, zu sehr von sich überzeugt, zeitweise arrogant, aber ein Superheld. Er war mir zu perfekt! Seine "Briefe an sich" fand ich überflüssig und haben die Spannung für mich ausgebremst.
Gut gelungen sind Thode die Beschreibungen der Natur, insbesondere der aufziehende bedrohliche Sturm und die klimatischen Verhältnisse in der Arktis. Als Zuhörende habe ich mit den Protagonist*innen gefroren und gelitten. Thode hält die Spannung hoch bis zum Ende des Thrillers. Der Thriller ist nicht wissenschaftlich überfrachtet, was ihn gut hörbar auch für Laien macht. Etwas mehr Wissenschaft hätte ich mir persönlich trotzdem gewünscht.
Wolfgang Berger gibt den Protagonist*innen ihre eigenen Stimmen und liest wie von ihm gewohnt gut, ich habe ihm gerne zugehört.
Trotz meiner kleinen Kritikpunkte bekommt "Blaues Feuer" von mir gute 4 Sterne und eine Hörempfehlung.