Dieser Roman nimmt sich eines ernsten Themas an, ohne dass er die Lesenden in ihrer Stimmung herabzieht.
Ein Amerikaner in seinen Siebzigern begibt sich mit seinem persönlichen Assistenten auf eine Reise in die Schweiz. Nicht zu touristischen Zwecken, wie schon von Anfang an klar ist, sondern um die Hilfe eines Sterbevereins beim Suizid in Anspruch zu nehmen. Denn er leidet unter einer Krankheit, die ihn zusehends um seinen Verstand bringt (vermutlich eine Art Demenz, ohne dass dies explizit gesagt wird). Nach der ärztlichen Prognose wird er schon bald sein Gedächtnis komplett verloren haben, weshalb es für seine Reise jetzt die letzte Gelegenheit ist, denn er muss noch urteilsfähig sein. Auf seiner Reise sind ihm zwei Zwischenstopps äußerst wichtig: Bei seiner Tochter und bei einem Schulfreund; von ihnen will er still Abschied nehmen und Vergangenes wiedergutmachen.
Der Roman ist nicht als durchgehende Erzählung abgefasst, sondern als Zusammensetzung vieler Erinnerungsfragmente des Protagonisten David, unterbrochen jeweils durch die Gegebenheiten der Gegenwart. Letztere verdeutlichen, wie sehr bei David der Gedächtnisverlust schon fortgeschritten ist. So kann er etwa viele alltägliche Dinge nicht mehr selbständig bewerkstelligen, was in seiner Tragik oft humorvoll wirkt. Seine Erinnerungen hingegen sind oft erstaunlich detailliert, und aus ihrer Zusammensetzung erhält der Lesende nach und nach ein Bild davon, was für ein Mensch David gewesen sein muss. Wir tauchen tief in seine Gedankenwelt ein. Ab irgendeinem Punkt der Erzählung werden die Vorkommnisse der Gegenwart immer kürzer und verwirrender, die Gedankenwelt von David immer sprunghafter, so dass auch das Lesen und Verstehen etwas schwieriger werden. Doch ist dies ein gelungenes formales Mittel, um die rasch fortschreitende Erkrankung von David zu verdeutlichen.
Wer sich auf das Thema Krankheit und Tod einlassen will, für den lohnt sich das Lesen wirklich.