Bergjahre, Roman von Caterina Manfrini, EBook, Verlag Rowohlt Kindler
Adalina und Emiliano kehren in ihre Heimat zurück.
1919 nach entbehrungsreichen und harten Jahren im Vertriebenen- bzw. Flüchtlingslager Mitterndorf, kehrt Adalina in ihre Heimat, Rovereto zurück, ihre Familie hat dort oben am Berg, schon seit vielen Generationen einen Hof. Ihre Eltern sind gestorben und auch ihr Bruder Emiliano ist noch nicht aus dem Krieg heimgekehrt. Ganz alleine steht sie inmitten ihres verfallenen und vom Krieg halb zerfallenen Hofes. Doch Adalina ist stark, sie vertraut auf das alte Wissen, das was ihre Großmutter und ihre Mutter sie gelehrt haben. Langsam beginnt sie Kräuter, Hasen und alles was der Wald und die Natur ihr gibt auf dem Markt zu verkaufen, ganz langsam kann sie sich eine Ziege und 2 Hühner leisten. Doch sie spürt sie ist nicht alleine. Dann entdeckt sie Stefan einen vermeintlichen Deserteur, der verletzt ist. Die beiden begegnen sich mit Vorsicht, Stefan hilft ihr auf den Feldern und bei Reparaturen, bald werden zarte Bande geknüpft. Endlich kehrt auch Emiliano aus der Kriegsgefangenschaft zurück, es stellt sich heraus, dass Stefan nicht der ist, der er vorgibt zu sein.
Das Buch besteht aus drei Teilen, die betitelt sind. Insgesamt hat das Buch 45 schön geschriebene, bildmalerisch erzählte Kapitel. Ausdrücke und Phrasen in Mundart, sind kursiv hervorgehoben und auch übersetzt. Dort wo das Buch spielt treffen italienische und Tiroler Mundarten aufeinander, dies wird durch solche Ausdrücke deutlich gemacht, Die Mundart verleiht dem Roman ein unverwechselbares Lokalkolorit und schafft eine spürbare Nähe zur Region. Verstärkt noch durch die malerischen Natur- und Landschaftsbeschreibungen. Dazu kommen die mystischen Elemente, Mythen und spirituelle Bräuche und Sagen die die Geschwister von den Ahnen überliefert bekamen. Das hat mich sehr tief berührt.
Auch die Beschreibung der damaligen Zeit und der Lebensumstände, dieses Gebiet welches im ersten Weltkrieg schwer umkämpft war, die sog. Alpenfront, die Schilderungen haben mich tief berührt.
Die Figuren selbst sind so beschrieben wie ich mir Bewohner dort vorstelle, so rau wie die Landschaft, wortkarg und aufrecht. Beide Geschwister kommen gut mit der Einsamkeit zurecht. Trotzdem hatte ich alle Charaktere gerne, sie sind authentisch, ehrlich und auch sympathisch.
Es war äußerst interessant über diese Epoche und in diesem Gebiet etwas zu erfahren. Ich habe das Buch an einem einzigen Tag ausgelesen. Von mir 5 Sterne.