Grainne OHare nimmt ihre Leser mit nach Belfast. Der Schreibstil ist flüssig, allerdings auch sehr sprunghaft und man hat manchmal Probleme die Charaktere auseinander zu halten. Durch Zeitsprünge und nebensächliche Details wird man zu oft aus dem Lesefluss gerissen und auch beim Hörbuch ist nur schwer zu unterscheiden, in welchem Kapitel und aus wesen Sicht gerade erzählt wird. Die Kapitellänge ist ok und gibt die Geschehnisse aus Sicht der Protagonistinnen wieder. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, wirken dabei aber authentisch. Die Stimme der Hörbuchsprecherin ist angenehm, allerdings etwas monoton. Das Cover ist passend zur Geschichte gestaltet.
Hauptprotagonistinnen sind Maggie, Harley und Roise.
Die Mädchen leben in einer WG und haben dort zusammen mit ihrer Freundin Lydia ihre wilden Zwanziger erlebt. Als Lydia durch einen Unfall ums Leben kommt, bleiben die 3 in der WG und versuchen sich um die Schildkröte ihrer verstorbenen Freundin zu kümmern. Sie merken, welche Aufgaben Lydia eigentlich übernommen hat und versuchen nach dem Verlust ihr Leben weiterzuleben. Die 3 entwickeln sich in verschiedene Richtungen und müssen sich fragen, ob das wirklich noch eine Freundschaft ist oder langsam zu einer Zweckgemeinschaft wird. Partys, Jobs und Beziehungen, was wollen sie mit ihrem Leben machen und lohnt es sich eingetretene Pfade zu verlassen? Alle gehen auf Ende 20 zu und trotzdem ist Alkohol, Drogen und unverbindlicher Sex immer wieder ein Thema, doch glücklich scheint keine mehr mit dieser Situation zu sein. Können sie es in der Konstellation schaffen, aus dem Hamsterrad rauszukommen und ihre Leben in Bahnen zu lenken, die sie wieder glücklich machen?
Die Idee war gut, das Konzept hat mich leider nicht überzeugt. Die Autorin befasst sich mit einigen Tabu-Themen der Gesellschaft, verleiht ihren Charakteren aber zu wenig tiefe, sodass man sich als Leser nur schwer in diese reinversetzen kann und das Buch zum Teil ein gewissen Chaos zu Grunde liegt.