Mit Möwen, Seegang, falsche Fährte legt Inga Schneider den dritten Band ihrer Reihe Anni Gade und die Fördemorde vor und erneut wird es spannend in Flensburg.
Worum geht es?
Annis Freundin Nele möchte an einem Fotowettbewerb zum Thema Lost Places teilnehmen. Dafür hat sie sich die alte Mühle ausgesucht ein Ort, der schon beim ersten Besuch eine unheimliche Atmosphäre ausstrahlt. Während eines Fotoshootings bei Sonnenaufgang bleibt zunächst alles ruhig.
Doch Nele will mehr: Einige Tage später kehrt sie zur Mühle zurück, um bei Vollmond weitere Aufnahmen zu machen. Anni begleitet sie zwar, wartet diesmal aber draußen zu mulmig ist ihr das Ganze. Als Nele zur vereinbarten Zeit nicht zurückkehrt, wächst die Sorge. Anni alarmiert Kommissar Jan Christiansen, und gemeinsam betreten sie die Mühle. Doch von Nele fehlt jede Spur. Nur ihr Fotoapparat bleibt zurück.
Im Laufe der Ermittlungen stoßen Anni und Jan auf eine Spur, die sie in eine ganz andere Richtung führt als zunächst gedacht: Es geht um gefälschte Bilder, und die Nachforschungen reichen schließlich bis an die deutsch-dänische Grenze.
Meine Meinung
Auch im dritten Band gelingt es Inga Schneider, die besondere Atmosphäre der Förde und der Stadt Flensburg einzufangen. Wer die ersten beiden Teile kennt, wird sich sofort wieder heimisch fühlen: Die vertrauten Figuren sind zurück, und die Entwicklungen zwischen Anni und Kommissar Jan Christiansen werden stimmig weitergeführt. Natürlich ist auch wieder Erpel Hugo dabei.
Während Anni in den vorherigen Bänden bereits bewiesen hat, dass sie sich nicht so leicht aus Ermittlungen heraushalten lässt, spitzt sich die Situation diesmal noch stärker zu schließlich geht es um ihre eigene Freundin. Gerade dieser persönliche Bezug verleiht der Geschichte zusätzliche Spannung und Emotionalität.
Wie schon zuvor bittet Jan Christiansen sie, sich aus allem herauszuhalten, um sie zu schützen. Doch wer die Reihe kennt, weiß: Anni folgt eher ihrem Herzen als solchen Bitten und genau das macht ihren Charakter so authentisch und sympathisch.
Der Fall selbst ist wieder spannend konstruiert und hält einige Wendungen bereit. Besonders die düstere Kulisse der alten Mühle sorgt für eine durchgehend beklemmende Stimmung.
Fazit
Ein gelungener dritter Band, der die Stärken der Reihe konsequent fortführt und gleichzeitig die persönliche Ebene noch intensiver gestaltet. Fans der ersten beiden Teile kommen hier voll auf ihre Kosten und auch Neueinsteiger dürften schnell in die Geschichte hineinfinden.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die regionale Krimis mit starken Figuren und atmosphärischen Schauplätzen lieben.