Das Cover mit den aufgedeckten Goldmünzen im dunklen Moor weist bereits passend auf die besondere Geschichte des Sagen umwobenen Erzgebirges hin. Im Prolog geht es um die Vertreibung damaliger Siedler in Böhmen, die auf ihrem Fluchtweg 1945 in provisorischen Verstecken im dichten Fels- und Waldgebiet ihre Wertsachen versteckten.
Kriminalkommissarin Annalena Krest von der Polizeidirektion Chemnitz, alleinerziehend mit 2-jährigem Sohn, beschäftigt sich zunächst langatmig mit dem Leichenfund von Jakub Miler, 63, tschechischer Staatsbürger mit Zweitwohnsitz in Bärenstein, der der kinderliebe Gaukler vom Ritterfest mit Leierkasten ist. Bei weiteren Ermittlungen hinter der Grenze eröffnet sie einen zweiten Erzählstrang um die Geschichte von Daniel Knappe, von Knut Heinze und seinen nach 30 Jahren im abgerutschten Gelände aufgetauchten Gebeinen. Die ungewöhnlichen Figuren wie den Schatzsucher und diesen Marionettenspieler Jakub Miler werden ergänzt durch den vom Polizeidienst suspendierter Sohn Adam Miler. Mit den Legenden um Marzebilla und Schakagerl, den Schutzgeistern des Erzgebirges, erhält der Krimi viel Lokalkolorit, betont auch deren Einzigartigkeit als Region des Weltkulturerbes. Die Zusammenarbeit entlang der deutsch-böhmischen Grenze, zwischen Chemnitz und Prag, verläuft wohl harmonisch.
Störend, sogar spannungshemmend wirken sich sowohl das jeweilige Privatleben der Ermittlerin Annalena als auch das von ihrem älteren, beurlaubten Chef Hauptkommissar Lorenz aus. Zudem führen die häufigen Wiederholungen zu unnötigen Längen. Außerdem wirkt das magische, offene Ende um Adam Miker unrealistisch.
Insgesamt interessantes Lokalkolorit, jedoch zu ausschweifende Privatthemen.