Nach ihrer Scheidung konzentriert sich Caitlin ganz auf das, was ihr wirklich wichtig ist: ihre beiden Kinder und den Traum von einer eigenen Hebammenpraxis. Doch in dem kleinen schottischen Ort Kiltarff mangelt es sowohl an den finanziellen Möglichkeiten als auch an passenden Räumlichkeiten, um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.
Zur gleichen Zeit sucht der gefeierte Hollywoodstar Rhys Ashford Abstand von einem Skandal, der seinem Ruf geschadet hat. Für die Dreharbeiten einer neuen Netflix-Produktion verschlägt es ihn nach Kiltarff, wo er zunächst unfreiwillig Bekanntschaft mit Caitlin macht und zwar auf denkbar peinliche Weise, als er sich in ihrem Brombeerstrauch verfängt.
Aus dieser ungewöhnlichen Begegnung entwickelt sich schnell eine besondere Verbindung. Doch während Caitlin mit ihren eigenen Sorgen kämpft und Rhys dem ständigen Interesse der Öffentlichkeit ausgesetzt ist, stellt sich die Frage, ob ihre Gefühle unter diesen Umständen überhaupt eine Zukunft haben können.
Mit Brombeerliebe auf Schottisch hat Karin Lindberg erneut einen warmherzigen Wohlfühlroman geschaffen, der mich von der ersten Seite an in die schottischen Highlands entführt hat. Schon nach wenigen Kapiteln hatte ich wieder das Gefühl, selbst durch die kleinen Straßen von Kiltarff zu spazieren, die frische Luft einzuatmen und die vertraute Atmosphäre dieses idyllischen Dorfes zu erleben. Genau diese heimelige Stimmung ist für mich eine der größten Stärken des Romans.
Der Schreibstil liest sich dazu angenehm leicht und flüssig. Die Geschichte entfaltet sich ohne Hektik und passt damit perfekt zu dem entschleunigten Setting. Besonders wohlgefühlt habe ich mich wieder in der schottischen Dorfgemeinschaft. Die Bewohner von Kiltarff verleihen dem Roman unglaublich viel Charme. Man spürt den Zusammenhalt, die Loyalität und die Hilfsbereitschaft, die das Dorf prägen. Die Nebenfiguren wirken lebendig und tragen dazu bei, dass sich die Welt rund um Caitlin und Rhys nicht nur wie eine Kulisse anfühlt, sondern wie ein echter Ort, an den man gerne zurückkehren möchte. Gerade diese familiäre Atmosphäre macht für mich einen großen Teil des Reizes der Geschichte aus.
Caitlin war zudem eine Protagonistin, die ich schnell ins Herz geschlossen habe. Nach ihrer Scheidung versucht sie, ihr Leben neu zu ordnen und gleichzeitig ihren Kindern eine gute Mutter zu sein. Ihr Wunsch nach einer eigenen Hebammenpraxis gibt ihr eine klare Richtung, gleichzeitig bringen die finanziellen Schwierigkeiten und die Verantwortung für ihre Familie immer wieder Herausforderungen mit sich. Dadurch wirkte sie auf mich bodenständig und glaubwürdig.
Auch Rhys konnte mich überzeugen. Hinter der Fassade des erfolgreichen Hollywoodstars verbirgt sich ein Mann, der sich nach Ruhe, Normalität und einem Ort sehnt, an dem er einfach er selbst sein darf. Gerade dieser Kontrast zwischen Glamour und dem beschaulichen Leben in Kiltarff sorgt für interessante Momente. Seine erste Begegnung mit Caitlin im Brombeerstrauch ist nicht nur amüsant, sondern gibt auch direkt den Ton für ihre Beziehung vor: charmant, herzlich und mit einer angenehmen Portion Humor.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich behutsam und nachvollziehbar. Ich mochte die Annäherung der beiden sehr, weil sie nicht ausschließlich auf äußerer Anziehung basiert, sondern auf gegenseitigem Verständnis und Vertrauen. Ihre gemeinsamen Szenen haben viele schöne, gefühlvolle Momente, ohne dabei übertrieben kitschig zu wirken. Besonders gelungen fand ich, dass beide Figuren ihr eigenes Gepäck mitbringen und ihre Beziehung nicht völlig losgelöst von ihren persönlichen Problemen dargestellt wird.
Emotional bietet der Roman einige schöne Momente und vermittelt ein angenehmes Wechselbad der Gefühle.
Doch trotz aller positiven Aspekte gab es für mich auch kleinere Schwächen. Einige Entwicklungen waren recht vorhersehbar, und bestimmte Wendungen bedienen bekannte Muster des Genres. Gelegentlich wirkte die Geschichte etwas klischeehaft, insbesondere wenn es um die typischen Probleme einer Beziehung zwischen einem Hollywoodstar und einer Frau aus einer kleinen Dorfgemeinschaft geht. Außerdem hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tiefe gewünscht. Sowohl die persönlichen Konflikte als auch die emotionale Entwicklung der Figuren hätten für meinen Geschmack noch stärker ausgearbeitet werden können.
Fazit
Dennoch überwiegen für mich klar die positiven Eindrücke. Brombeerliebe auf Schottisch ist genau die Art von Roman, die man zur Hand nimmt, wenn man dem Alltag für einige Stunden entfliehen möchte. Die wunderschöne schottische Kulisse, die liebenswerten Figuren, die harmonische Dorfgemeinschaft und die gefühlvolle Liebesgeschichte ergeben zusammen ein rundum gelungenes Wohlfühlpaket. Auch wenn die Handlung nicht mit großen Überraschungen aufwartet und stellenweise etwas mehr Tiefgang vertragen hätte, hat mich das Buch bestens unterhalten und mir viele angenehme Lesestunden beschert.