Pssst, ich verrate dir ein Geheimnis: Verborgen hinter magischen Portalen liegt das Helldunkel, eine magische Welt mit einzelnen Sphären, die wie ewige Spiegelbilder unserer nichtmagischen Welt aufgebaut sind. Falls du dich also bereits gefragt hast, wohin manche Personen hin und wieder verschwinden, könnten sie Bewohnende dieser magischen Welt sein.
Das Helldunkel ist wahrhaftig unser Nimmerland (...) Verborgen, magisch, unerreichbar. (Zitat S. 96)
Stella würde alles dafür tun, um als vollwertiges Mitglied der Obskura dienen zu können, einem mächtigen Geheimbund in einer der magischen Helldunkel-Sphären, welche nur von Frauen bewohnt wird. Einzig ein Umbrix fehlt ihr noch, so eine Art magischer Schatten-Sidekick, durch welchen sie ihr volles magisches Potential ausschöpfen kann. Leider sind diese stark limitiert. Während eines Trainings-Einsatzes mit anderen Anwärterinnen gerät sie an einen maskierten Agenten der Luzero, dem verfeindeten Geheimbund einer anderen Sphäre. Und damit beginnt ein spannendes Katz-und-Mausspiel zwischen den beiden.
Ein Todfeind bewahrt mich vor dem Tod... Die grausame Ironie entgeht mir nicht (Zitat S. 22)
Die Autorin bewirbt ihre Stella Obskura Trilogie damit, nicht dem gängigen Romantasy-Klischee zu entsprechen. Ich würde sagen, das hat sie geschafft. Bei mir hat das Buch in vielfacher Hinsicht gepunktet: Zum Einen ist die magische Welt mit ihren Besonderheiten faszinierend. Und Stella definitiv keine Romantikerin, die nur auf ihren muskulösen Helden wartet. Stellas Welt der Obskura, in welcher sie mit ihrer Schwester aufgewachsen ist, bekommt beim Lesen immer mehr Risse in ihrer Perfektion, welche Stella, die nichts anderes kennt, zunächst gar nicht wahrnimmt. Und dann gibt es natürlich weitere Lügen, Intrigen und Geheimnisse, ohne die das Buch nur halb so spannend wäre. Nicht zu vergessen die magischen Sidekicks, welche in Form von Schattentieren unterschiedlichster Größe auftreten. Und wem das alles noch nicht aufregend genug ist: flirty Knistern und eine spicy Chilischote gibt es on top.
Mich hat die Handlung regelrecht gepackt, es gibt so vieles zu entdecken und zu spekulieren, manches hat mich beim Lesen schockiert, während ich Stellas Direktheit an anderer Stelle gefeiert habe. Das Magiesystem sowie die Eigenarten des Helldunkels werden nach und nach verständlich erklärt, während die Hintergründe der Obskura und Luzero noch im Dunkeln liegen. Da Stella erst 19 ist haben einige Konfrontations-Szenen mit ihren Rivalinnen noch diese Teenie-Bissigkeit, die ich nicht gebraucht hätte. Bis zum in der Buchbeschreibung erwähnten Einsatz an der Elite-Uni spielt übrigens in etwa die Hälfte des Bandes primär im Helldunkel, da war ich etwas verwundert, dass hier so weit vorgegriffen wurde. Spannend sind beide Parts auf ihre Weise.