Ludwiga hat nach dem Krieg nicht viel, worauf sie sich verlassen kann. Sie kommt zurück nach München, verliert ihren Mann und muss sehen, wie es für sie weitergeht. Dass sie sich in dieser Zeit nicht aufgibt, sondern nach einer Möglichkeit sucht, selbst Geld zu verdienen, war für mich ein wichtiger Teil der Geschichte.
Zuerst stellt sie Handtaschen her und verkauft sie auf dem Schwarzmarkt. Später führt eine Zeitungsnotiz dazu, dass sie einen Auftrag für Dirndl bekommt. Aus dieser Gelegenheit entwickelt sich nach und nach etwas Größeres. Ludwiga findet dabei ihren eigenen Weg und baut sich ein neues Leben auf.
Gerade diese Entwicklung fand ich interessant. Sie bekommt nichts geschenkt und muss sich vieles selbst erarbeiten. Ihre Erfahrungen aus den Kriegsjahren haben sie geprägt, aber sie bestimmen nicht ihr ganzes weiteres Leben. Ludwiga bleibt eine Frau, die selbst entscheiden möchte, was aus ihr wird.
Auch München in der Zeit nach dem Krieg wird gut vermittelt. Es fehlt an vielem und der Alltag ist schwierig. Gleichzeitig gibt es Menschen, die wieder nach vorn schauen und versuchen, sich etwas aufzubauen. Diese Mischung hat die Geschichte für mich glaubwürdig gemacht.
Dass Kathrin Schnee hier das Leben ihrer eigenen Großmutter erzählt, hat mich beim Lesen immer wieder beschäftigt. Hinter Ludwiga steht eine echte Lebensgeschichte, und genau das gibt dem Roman einen besonderen persönlichen Hintergrund.
Die Geschichte von Ludwiga hat mir schöne Lesestunden geschenkt. Ihr Weg von den schweren Nachkriegsjahren hin zu einer erfolgreichen Frau in der Trachtenmode war abwechslungsreich und unterhaltsam. Eine starke Frau, eine besondere Lebensgeschichte und ein Roman, den ich sehr gern gelesen habe.
5 Sterne.