Im ersten Teil von Emotion Hacks erklärt Ryan Martin, dass es ihm darauf ankommt, Bewusstsein für Emotionen zu schaffen, um zukünftig souveräner mit ihnen umgehen zu können. Zu den Basics gehört, die eigenen Muster aufzuspüren und ein verbessertes Emotionsmanagement zu entwickeln.
«Die Hacks sollen dir vielmehr helfen, deine Emotionen besser zu verstehen und ein gesünderes, ausgeglicheneres Gefühlsleben zu führen.»
Erst im zweiten Teil geht es in den folgenden Kapiteln um 50 Strategien, die dabei helfen, Einfluss auf die eigenen Gefühle zu nehmen. Dort finden sich Hacks, um die Stimmung zu stabilisieren, Stressauslöser zu beeinflussen, Gedanken neu zu bewerten, Krisen zu bewältigen und Emotionen auszudrücken.
Besonders positiv aufgefallen ist mir die übersichtliche Strukturierung, die es leicht macht, im Buch nachzuschlagen und mit ihm zu arbeiten sehr praktisch, wenn man nach konkreten Tipps sucht.
Ryan Martin benutzt keine leeren Worthülsen, sondern sachliche, dabei dennoch ansprechende Formulierungen. Er begründet wissenschaftlich fundiert und bleibt in seinen Erklärungen präzise. Kurze Tipps, die den Alltag erleichtern sollen, können nicht in die Tiefe gehen. Ryan Martin bietet vielmehr zahlreiche Anhaltspunkte, mit denen man sich dann tiefergehend beschäftigen kann (gesunde Ernährungsweise, Schlafroutine, Selbstbehauptungstraining, Mood-Tracker, Warum-wir-fühlen-Modell).
Denn natürlich ist es in der Theorie leichter als in der Umsetzung, und nicht jeder ist in der Lage, alle Hacks umzusetzen. Das ist Ryan Martin bewusst: Er weist darauf hin und hofft, dass man einige neue Ansätze aus dem Buch mitnehmen kann und es inspiriert, unablässig weiter an sich zu arbeiten.
Ein paar neue Ansätze waren dabei, und es hat mich wie viele andere und wie der Autor es am Anfang des Buches beschreibt überrascht, dass es nicht empfehlenswert ist, wütend Sport zu treiben, weil die Emotion dadurch länger anhalten kann. Dennoch kennen viele das befreiende Gefühl, durch Bewegung die durch Ärger erzeugte Anspannung abzubauen.
Deshalb hat ein Kommentar eines Followers den Autor dazu veranlasst, diesen Ratgeber zu schreiben und zu zeigen, dass es mehr Strategien als nur Sport gibt, um mit Wut umzugehen.
Wer sich ähnlich fühlt, wird in diesem Ratgeber einige Strategien an die Hand bekommen, die helfen können, mit Gefühlen umzugehen. Schon kleine Veränderungen können Großes bewirken und geben Kontrolle. Am Ende zeigt sich, welchen Einfluss man nehmen kann und man weitaus mehr Möglichkeiten hat, als Sport zu treiben, um sich besser zu fühlen.
Deshalb ist dieser Ratgeber ein guter Einstieg, um sich mit Emotionsregulation zu beschäftigen. Gerade dann, wenn man keinen langen Fließtext lesen möchte, sondern schnelle Tipps sucht.